Tabubruch: Papst-Sender Radio Vatikan führt Werbung ein

Mittwoch, 27. Mai 2009
Radio Vatikan finanziert sich künftig über Werbung
Radio Vatikan finanziert sich künftig über Werbung

Die erzkatholische Hörerschaft wird ihren Ohren nicht trauen: Radio Vatikan wird Anfang Juli erstmals in seiner 78-jährigen Historie einen kommerziellen Werbespot ausstrahlen. Das kündigte der Sender von Papst Benedikt XVI. am Dienstag dieser Woche an. Mit dem bisherigen Tabu soll wohl endgültig gebrochen werden. Laut Intendant P. Federico Lombardi und Verwaltungschef Alberto Gasbarri will sich Radio Vatikan künftig dauerhaft über Werbung finanzieren. Als erster wird der italienische Energie-Konzern Enel Werbespots in fünf Sprachen ausstrahlen. Weitere Firmen, mit denen der Vatikan bereits zusammenarbeitet, sollen folgen. "Wir stolz, dass wir als erstes Unternehmen bei Radio Vatikan Werbung machen können, einem der bekanntesten Radiosender der Welt", erklärt Enel-Präsident Piero Gnudi.

Die Spots werden zunächst nur auf der römischen UKW-Frequenz „105 live; la Radio Vaticana in diretta“ geschaltet, einem international ausgerichteten Programm mit Nachrichten, Studiogästen und Musik. Nicht betroffen sind die auf Mittel- und Kurzwelle verbreiteten Programme in rund 45 Sprachen. Die Spots sollten „zurückhaltend“ eingesetzt werden und ihre Botschaft „in Geist und Charakter mit der von Radio Vatikan übereinstimmen“, so Lombardi. Mit den Einnahmen aus den Werbespots will das Radio, eine der kostenintensivsten Abteilungen im Vatikan, sein Dauerdefizit etwas reduzieren. Radio Vatikan kostet etwa 20 Millionen Euro im Jahr. mas
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