"Tablet First": iPad und Co überholen Smartphones beim weltweiten Web-Traffic

Donnerstag, 07. März 2013
Das iPad revolutioniert die Online-Nutzung
Das iPad revolutioniert die Online-Nutzung

Der Boom von Apples iPad und die aggressive Aufholjagd von Wettbewerbern wie Samsung (Galaxy Tab) und Microsoft (Surface) haben die mobilen Surfgewohnheiten radikal verändert. Nur drei Jahre nach der Einführung des ersten iPad im April 2010 sorgen Tablet-Nutzer im Web bereits für mehr Zugriffe als die Besitzer von Smartphones. Das hat Adobe in einer weltweiten Untersuchung ermittelt, die HORIZONT.NET vorab vorliegt - und die Entscheidern eine "Tablet First"-Strategie ans Herz legt.
Microsoft greift Apple mit dem Surface an
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Das Unternehmen hat für den Adobe Digital Index mehr als 100 Milliarden Visits auf rund 1000 Webseiten aus aller Welt ausgewertet. Das Ergebnis: Tablets haben den untersuchten Online-Angeboten im Februar 2013 immerhin 8 Prozent des monatlichen Traffics zugeführt. Damit überholen iPad, Galaxy Tab und Co erstmals die Smartphones, die der Untersuchung zufolge für 7 Prozent der Page-Views sorgten. Mit Abstand vorn liegen nach wie vor Desktop-PCs und Laptops mit einem Anteil von 84 Prozent am Web-Traffic.

In Deutschland hat die Tablet-Nutzung noch Luft nach oben. Während in Großbritannien bereits 12,2 Prozent des Traffics von iPad und Co ausgelöst werden, sind es hierzulande lediglich 5,7 Prozent. Damit liegt Deutschland nach dem Vereinigten Königreich und den USA (9,1 Prozent), Kanada (8,7 Prozent), Australien (7,7 Prozent), Japan (7,4 Prozent) und Frankreich (6,1 Prozent) lediglich auf Rang 7.

Der Tablet-Boom kurbelt aber längst nicht nur den Traffic an. Laut Adobe sind die Nutzer der Mini-PCs auch für E-Commerce-Anbieter hoch interessant. Im letzten Weihnachtsgeschäft wurden den Angaben zufolge bereits 13,5 Prozent aller Online-Käufe via Tablet getätigt. Außerdem sind Besitzer von iPad und Co sehr spendabel. Beim Online-Shopping geben sie 54 Prozent mehr aus als die Nutzer von Smartphones. Auch Verbraucher, die ihren Einkauf am heimischen Desktop-PC oder Laptop tätigen, können in puncto Umsatz nicht mit den Tablet-Nutzern mithalten. Diese geben bei ihren Shoppingtripps 19 Prozent weniger aus.

Adobe folgert aus der Studie, dass die so oft zitierte  "Mobile First"-Strategie nicht mehr zeitgemäß ist. Marketingentscheider müssten stattdessen auf eine "Tablet First"-Strategie setzen, um die zahlungswillige Zielgruppe für ihre Angebote zu begeistern. mas
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