TV-Wirkungstag: Sofagespräch mit Detlev Buck: "Werbung ist für mich ein Spiel."

Dienstag, 05. Mai 2009

Das angekündigte Sofagespräch auf dem Frankfurter TV-Wirkungstags machte seinem Namen alle Ehre. Promi-Gast Detlev Buck fläzte sich nonchalant neben Moderator Wolfram Kons auf die Coach und blinzelte verschmitzt ins Publikum. Und auch Mediaplaner, Agenturbosse und TV-Experten rutschten auf ihren Stühlen in eine bequeme Pose, um die gemütliche Stunde mit Buck zu genießen. Der Spiel- und Werbefilm-Regisseur amüsierte die Zuhörer in seinem markant norddeutschen Nuschel-Ton mit Geschichten über seine aktuelle Zusammenarbeit mit Jogi Löw für Nivea - „Den muss man nur in Bewegung kriegen, dann klappt das alles wunderbar mit dem" - und ließ es sich auch nicht nehmen, alte Anekdoten mit Arnold Schwarzenegger im Rahmen einer Eon-Kampagne auszupacken - „Den habe ich den Kühlschrank solange schütteln lassen, bis er nicht mehr konnte."

TV-Spots dreht Buck, wie er im Gespräch verrat, nicht des Geldes wegen. Schließlich frage man auch keinen Fußballer, ob er den Ball für Geld tritt. Der gelegentliche Ausflug zum Werbefilm sei für ihn eine gute Ablenkung vom langwierigen Drehprozess von Spielfilmen. Wenn allerdings eine Agentur mit einem Auftrag auf  ihn zukommt, sind Vertrauen und ein gutes Storyboard Grundvorraussetzung für die Zusammenarbeit.

Im Umgang mit prominenten Testimonials weiß der gebürtige Schleswig-Holsteiner: "Alle sind erstmal ängstlich! Sowohl das Team als auch der Promi vor der Kamera." Da muss man erstmal Dynamik reinbringen, so der Regisseur, sonst steht das Gewässer - um in der Buckschen Metaphorik zu bleiben- und der ganze Dreh bringt keinen Spaß. Aber Spaß ist es schließlich, worauf es Buck beim Werbefilm ankommt: "Für mich ist Werbung nur ein Spiel."

Mit Silberlink, einer Produktionsfirma für digitale Werbung, ist Buck schon längst im Internetgeschäft tätig. Seiner Meinung nach kann ein Werbefilm im Internet sogar ohne Regisseur auskommen, weil selbstgemachte Spots von Usern das Komische in den Menschen herauskitzeln. Im TV dagegen herrsche weiterhin ein hoher "Entertainment-Anspruch" und das werde sich so schnell auch nicht ändern. nk
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