TV-Wirkungstag: Multisensorische Inszenierung sorgt für Involvement

Dienstag, 05. Mai 2009

Wolfgang Ullrich von der Universität Karlsruhe skizzierte auf dem TV-Wirkungstag 2009 in Frankfurt am Main eine "Welt ganz ohne Werbung". Kern dieser Vision ist Produktkommunikation, die Ohren, Augen und Nase der Konsumenten gekonnt anspricht und dadurch zum kommunikativen Selbstläufer wird. Flickr-User, die ganze Werbestories zu Alltagsprodukten erfinden und diese online abrufbar machen – was heute schon tausendfach im Internet passiert, ist laut Ullrich die Folge von gelungener Produktpräsentation, die den Käufer "einfach fasziniert". Das Publikum erlebte im Vortrag des Kunstwissenschaftlers die Mikro-Welt eines einzelnen Produkts. Vorgeführt am Beispiel eines Duschgels zeigte Wolfgang Ullrich die haptischen, optische und akustischen Möglichkeiten moderner Produktpräsentation – bis hin zum "resoluten Knacken" der Duschgel-Flasche.

Für die TV-Werbung bedeute dieser produktzentrierte Marketingansatz, dass multisensorische Inszenierung am meisten Involvement hervorrufe. "Werbung im Fernsehen verstärkt die Interpretationen des Publikums", sagt Ullrich. "Die Zuschauer können Rituale einüben, die das Produkt möglich macht." Das Fazit: Werbung sei heute genauso Teil der Hochkultur wie Kunst – dieser Status erfordert verantwortungsbewusstes Handeln des Marketings. HOR
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