TV-Währungsumstellung: Öffentlich-Rechtliche gewinnen überproportional

Dienstag, 10. November 2009
Die Deutschen schauen ARD und ZDF oft zeitversetzt
Die Deutschen schauen ARD und ZDF oft zeitversetzt

ARD und ZDF profitieren stärker als die Privatsender  von der Währungsumstellung der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF). Dies hat die AGF heute im Rahmen ihrer Forums-Veranstaltung in Wiesbaden bekanntgegeben. Seit Anfang Juli wird zusätzlich zur normalen TV-Nutzung auch die Außer-Haus- und die zeitversetzte Nutzung erfasst. Insgesamt ist die gemessene TV-Nutzung durch die Währungsumstellung um 2,8 Prozent gestiegen. Davon entfallen 2,4 Prozent auf die Außer-Haus-Nutzung und 0,3 Prozent auf die zeitversetzte Nutzung. ARD und ZDF profitieren überdurchschnittlich stark von der Umstellung: Die ARD legt bei der erfassten Nutzung um 4,1 Prozent zu (14 bis 49 Jahre), das ZDF um 4 Prozent. Den stärksten Anstieg registrierten die TV-Forscher für Euronews, das DSF und Eurosport. Bei RTL beträgt der Zuwachs 2,9 Prozent, Pro Sieben liegt mit 2,8 Prozent im Durchschnitt. Weniger stark profitieren Sat 1 und die Sender der zweiten Generation von der Umstellung.

Der Zuwachs bei der ARD liegt laut Matthias Wagner, Medienforscher der Mediengruppe RTL Deutschland, vor allem an der Außer-Haus-Nutzung der Fußball-Bundesliga und Daily Soaps. Generell  wird vor allem Live-Sport bei Freunden und Bekannten geschaut. Hier liegt der Zuwachs bei der erfassten Nutzung bei über 6 Prozent. Bei der zeitversetzten Nutzung dominieren Daily Soaps und fiktionale Formate.  dh/jm
Meist gelesen
stats