TV-Vermarkter unter Erlösdruck

Mittwoch, 04. November 1998

Um die TV-Überbuchungswelle 1999 klein zu halten, belohnen MGM und IP seriöse Ersteinbuchungen jetzt mit einer besseren Quote bei der Zuteilung von Wunschplazierungen. Zudem haben sie angekündigt,Stornofristen von 3 bis 6 Wochen vor der Ausstrahlung der TV-Spots künftig genau zu nehmen. "Durchsehr kurzfristige Stornierungen verknappt der Markt ein ohnehin schon knappes Gut und nimmt uns und anderen Agenturen die Chance, damit zu arbeiten", erklärt IP-Geschäftsführer Dr. Walter Neuhauserdas Problem. Immer häufiger werden attraktive Werbeplätze zuerst überbucht und dann so kurzfristigstorniert, daß die Vermarkter darauf sitzenbleiben. Auch Sat 1 will gegen die "erlösschädliche Überbuchungspraxis" vorgehen. Statt Luftbucher zu bestrafen, setzt Sat1-Verkaufschef Klaus-Peter Schulz aber auf Gespräche mit den Agenturen. Zurückhaltung üben die Vermarkter bei ihren Umsatzprognosenfür die großen TV-Sender im kommenden Jahr: Sat 1 soll rund 5 Prozent brutto zulegen und so auf rund 2,9 Milliarden Mark Werbeumsatz kommen. RTL peilt 4 bis 5 Prozent plus und 3,8 Milliarden Bruttowerbemark an. Für Pro Sieben gibt es mit Verweis auf die Börsenrelevanz keine Prognose. Nur soviel:Der Ersteinbuchungsstand für 1999 liegt nur leicht über dem Vorjahreswert. Mehr in HORIZONT 45/98.
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