"TV-Today"-"Trendmonitor": Großteil der TV-Formate ist austauschbar

Dienstag, 27. Januar 2004

Auf Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen TV-Sender wollen neun von zehn Fernsehzuschauern auf keinen Fall verzichten, so eines der Kernergebnisse des repräsentativen Trendmonitors, der von Ipsos im Auftrag von "TV Today" im Dezember vergangenen Jahres durchgeführt wurde. Darüber hinaus sind Spielfilme (87 Prozent), Sendungen über Natur und Tiere (82 Prozent), Regionalprogramme (81 Prozent) sowie Dokumentationen und Reportagen (81 Prozent) für die Zuschauer die wichtigsten Genres im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Serien dagegen sind nur für 41 Prozent bei den Sendern von ARD und ZDF unverzichtbar, gefolgt von Volksmusik (51 Prozent) sowie Abend-Talk (57 Prozent).

Dementsprechend fällt auch die Bewertung der insgesamt 1000 persönlich-mündlich Befragten ab 14 Jahren mit Blick auf konkrete Sendungen aus. "Monitor" oder "Hitlers Helfer" können sich nur 51 beziehungsweise 49 Prozent der Befragten im Privatfernsehen vorstellen. Ganz anders gestaltet sich das Bild bei Unterhaltungssendungen: Selbst der ZDF-Klassiker "Wetten dass ...?" würde für drei Viertel der Befragten ebenso gut ins Privatfernsehen passen. Für "TV-Today"-Chefredakteur Michael Hopp sind die öffentlich-rechtlichen Sender damit in die Wettbewerbsfalle gelaufen: "Sie haben sich den Privatsendern angeglichen, um im Quotenrennen nicht noch stärker zurückzubleiben und sind dadurch profillos geworden."

Trotz der ausgewiesenen Informationskompetenz hält sich aber die Bereitschaft, für Informations- und Dokumentationssendungen zusätzliche Gebühren zu zahlen, in engen Grenzen. Noch am höchsten ist mit einer Quote von 35 Prozent die Bereitschaft, für einen Informationskanal im Digitalfernsehen zusätzlich Geld zu berappen. Für Dokumentationen und Reportagen sowie Natur- und Tiersendungen wäre ein Drittel der Befragten bereit, Extra-Gebühren zu zahlen. Zum Großteil verschlossen bleibt dagegen der Geldbeutel, wenn es um Theater, Science-Fiction und Erotik geht. Nur 10 beziehungsweise 9 Prozent der Befragten würden für derartige Zusatzprogramme Extra-Gebühren zahlen. wg
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