TV-Sender drücken Margen der Produzenten

Dienstag, 29. Januar 2013
Mitautor der Studie: Goldmedia-Chef Klaus Goldhammer
Mitautor der Studie: Goldmedia-Chef Klaus Goldhammer


Die TV-Sender konnten den eigenen Rendite- und Kostendruck in den vergangenen Jahren an die Produzenten weitergegeben. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse der "Produzentenstudie 2012" hin, die Goldmedia in Zusammenarbeit mit der Hamburg Media School erstellt hat. In der Studie zeigt sich, dass vor allem kleinere Produzenten defizitär arbeiten. Von den Filmherstellern mit einem Umsatz unter 25 Millionen Euro machte im betrachteten Jahr 2011 jeder Vierte Verlust. Von den befragten TV-Produzenten gaben 58 Prozent an, dass sich ihre Gewinnmargen seit 2002 verkleinert haben, bei 24 Prozent sind sie stabil, und nur bei 18 Prozent vergrößert.

Pro Sieben Sat 1 und die Mediengruppe RTL Deutschland haben ihre Gewinne dagegen nach den schwierigen Jahren 2008 und 2009 auf höherem Niveau stabilisiert. "Das könnte darauf hindeuten, dass die Marktmacht der wenigen Nachfrager auf Senderseite größer ist als die der Produktionsunternehmen", analysieren die Autoren Oliver Castendyk und Klaus Goldhammer, die die Studie im Auftrag von FFA Filmförderungsanstalt, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien erstellt haben.

Laut den Experteninterviews, die Goldmedia und die Hamburg Media School geführt haben, haben die beiden großen TV-Gruppen nach dem Einbruch des Werbemarktes 2008 die Programmpreise reduziert, Budgets gekürzt, Ausstattungen gestrichen, Mitarbeiter für geringere Gagen beschäftigt und kostenträchtige Genres durch günstigere ersetzt. "Da deutsche Auftragsproduzenten typischerweise als Vergütung einen festen Prozentsatz auf die Herstellungskosten erhalten, sinken mit fallenden Minutenpreisen und Umschichtungen in kostengünstigere Genres automatisch die Umsatzrenditen", schreiben die Autoren.

Insgesamt machten die 1.700 Unternehmen 2011 rund 4,8 Milliarden Euro Umsatz. Davon erzielen die klassischen Kino- und TV-Produzenten circa 2,43 Milliarden Euro, auf TV entfallen 1,82 Milliarden. Der Markt ist stark fragmentiert. Die 25 größten Unternehmen mit einem Umsatz von über 25 Millionen Euro generieren die Hälfte des gesamten Produktionsumsatzes. pap
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