TV-Quoten: AGF will Videoabrufe einbeziehen

Mittwoch, 16. Mai 2012
"DSDS" schauen immer mehr Menschen über das Internet
"DSDS" schauen immer mehr Menschen über das Internet

Es ist eines der wichtigsten Themen, das die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) und die ihr angeschlossenen TV-Sender verfolgt: Die Messung von Quoten für im Internet abgerufene Fernsehinhalte. Bei Formaten wie "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) oder "Berlin Tag & Nacht" (RTL2) kommen via Netz schon jetzt signifikante Zuschauerzahlen dazu - sie werden jedoch nicht mit den TV-Zuschauerzahlen gemeinsam gemessen und können so auch nicht zusammen vermarktet werden. Ab März 2013 soll dafür ein eigenes Panel mit 25.000 Teilnehmern aufgesetzt werden, sagte Martin Krapf, Geschäftsführer der IP Deutschland und Vorstand in der AGF und der AG.MA auf den Audiovisual Media Days in München. Die AGF will nicht nur messen, wie viele Menschen online die Angebote der Fernsehsender sehen, sondern - analog zu den TV-Quoten - auch wer und wie lange. Eine solche Konvergenzwährung wird sehnsüchtig erwartet, steigen die Onlineabrufe doch stetig. Zudem sind es vor allem junge Zuschauer, die im linearen Fernsehen immer schwerer zu erreichen sind, die online abgedeckt werden können.

Da in der Vermarktung nach wie vor die Zielgruppe 14 bis 49 Jahre das Maß aller Dinge ist, diese aber immer schwerer via TV erreicht werden kann, dürfte die Währungserweiterung auch mit der Hoffnung verbunden sein, mehr Geld in die Kassen der Sender zu bekommen. 

Für das neue Panel wird bei diesen Zuschauern Messpixel in den Media-Player eingebaut. In einer weiteren Phase soll dann auch Geschlecht und Alter der Nutzer erfassbar sein, ebenfalls analog zum TV-Panel.

Bis Ende 2014 soll das System laut "Abendblatt" komplett stehen. 2015 stünde dann laut dem Bericht die Erfassung von mobiler TV-Nutzung an, die ebenfalls mit hohen Raten wächst. pap


Aktualisierung um 16:30 Uhr: In einer früheren Version des Artikels war zu lesen, dass die GfK als Dienstleister die Daten messen würde. Der Dienstleister ist jedoch noch nicht gesetzt. Ebenso wird der Messpixel nicht wie vom "Hamburger Abendblatt" berichtet, ins Empfangsgerät eingebaut, sondern in den Media-Player.
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