TV-Produzent Kimmig offenbar in MDR-Affäre verstrickt

Dienstag, 30. August 2011
Udo Fohts Geschäfte halten den MDR weiter in Atem
Udo Fohts Geschäfte halten den MDR weiter in Atem

Die Affäre um den ehemaligen MDR-Unterhaltungschef Udo Foht zieht weitere Kreise. Auch der TV-Produzent Werner Kimmig war offenbar an den dubiosen Geldschiebereien des suspendierten MDR-Managers beteiligt. Der MDR hat Foht  inzwischen angezeigt. Einem Bericht der "Welt" zufolge hatte im September 2009 ein Berliner Musikmanager Udo Reiter schriftlich davon unterrichtet, dass er Foht 10.000 Euro geliehen hatte und dieser ihn immer wieder vertröstete. Der Brief ging angeblich als Einschreiben mit Rückschein an Reiter persönlich. Bereits am nächsten Tag habe sich das Büro des Intendanten telefonisch bei dem namentlich nicht genannten Musikmanager gemeldet und versichert, man werde sich um die Angelegenheit kümmern.

Einige Tage später habe sich dann TV-Produzent Kimmig mit dem Betroffenen in Verbindung gesetzt und ihm mitgeteilt, er werde die Zahlung übernehmen. Einige Tage später überwies Kimmigs Produktionsfirma das Geld.

Damit rücken die Geschäftsbeziehungen von TV-Produzent Kimmig und Foht ins Rampenlicht. Nach den Recherchen von "Welt Kompakt" beriet der MDR-Mann den TV-Produzenten Kimmig im Zusammenhang mit der Schlagersendung "Immer wieder sonntags", die Kimmig für den Südwestrundfunk produziert. Der SWR hat die eigenartige Konstruktion - ein Angestellter der ARD berät einen privaten TV-Produzenten bei einer ARD-Produktion - bestätigt. "Dass Auftragsproduzenten Beratungsdienste in Anspruch nehmen, ist marktüblich und nur insofern zu beanstanden, dass es sich bei Herrn Foht um einen Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks handelt", teilt der SWR mit.

Der MDR hat Foht mittlerweile wegen Betrug bzw. Untreue angezeigt. Die Leipziger Staatsanwaltschaft ermittelt weiter unter Hochdruck. Laut Reiter steht auch der Vorwurf der Bestechlichkeit im Raum. dh
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