TV-Nutzung sinkt - auf dem Fernseher

Mittwoch, 26. September 2012
Die TV-Nutzung in Schlüsselmärkten wie den USA und Großbritannien ist rückläufig
Die TV-Nutzung in Schlüsselmärkten wie den USA und Großbritannien ist rückläufig


Es ist eine gute oder eine schlechte Nachricht, je nachdem von welcher Seite man sie betrachtet: Die TV-Nutzung in Schlüsselmärkten wie den USA, Großbritannien und Japan ist in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Das ergibt eine Auswertung von Mediametrie und Eurodata TV Worldwide. Die gute Nachrichtet lautet: Die Zuschauer sind nicht weg, sie werden nur dem linearen Fernsehen untreu. "Dieser Trend ist weit davon entfernt, mangelndes Interesse der jungen Leute zu zeigen - im Gegenteil, sie sind enthusiastische Konsumenten - er spiegelt nur wieder, dass sie auf verschiedenen Bildschirmen nicht-linear fernsehen", schreiben die Autoren, die halbjährlich Trends im TV auswerten. USA und Großbritannien gelten als wegweisend für Veränderungen, die sich mittelfristig auch in Deutschland manifestieren. In den vergangenen Jahren war die Zeit, die die Deutschen täglich vor dem Fernseher verbringen, leicht gestiegen. 

Die veränderten Sehgewohnheiten werden hervorgerufen von der zunehmenden Anzahl an Endgeräten, die ebenfalls TV-Inhalte verfügbar machen. In Deutschland zum Beispiel sind die Verkäufe von so genannten Smart-TV-Geräten, auf denen Internetinhalte abgerufen werden können, um 74 Prozent auf 2,3 Millionen Geräte gestiegen. In allen untersuchten Ländern steigt zudem die Smartphone-Verbreitung weiter an.

Der Trend zur Nutzung mehrerer Bildschirme ist eine Herausforderung für die TV-Sender, den mit den neuen Endgeräten kommen auch neue Player auf den Markt, die sich vor allem ein Stück vom TV-Werbekuchen abschneiden wollen. Neben Internetplayern wie Youtube, versucht auch die Geräteindustrie in den Bereich einzusteigen.

Die Verbreitung weiterer Endgeräte verleitet auch zur Parallelnutzung. Häufig werden Mails gecheckt oder im Internet gesurft. "Das Ziel der Sender ist es, die Zerstreuung die durch Multitasking entsteht, in Interesse für TV-Inhalte umzuwandeln", so Amandine Cassi, Head of International TV Research bei Eurodata TV Worldwide. pap
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