TV-Markt: N24-Chef Rossmann schätzt Online-Umsatzpotenzial gering ein

Montag, 02. November 2009
N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann
N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann

Die Erlöschancen für TV-Sender im Internet schätzt N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann derzeit eher pessimistisch ein. Zu groß sei aktuell die Konkurrenz im Nachrichtensektor, zu gering die zu vergebenden Werbebudgets. "Der Markt ist zu offen. Eigentlich müssten alle gemeinsam die Zugänge dicht machen. Aber selbst dann würden die öffentlich-rechtlichen Sender immer noch kostenlose Onlineangebote machen", sagte Rossmann auf den Medientagen München. Da auch TV-Sender im Internet nur begrenzt Paid-Content-Modelle etablieren können, bewegen sich die Erlösströme noch auf geringem Niveau. "Wir müssen mit begrenzten Ressourcen operieren, weil im Moment einfach die Refinanzierungsmöglichkeiten fehlen." 

Rossmann und andere Experten rechnen damit, dass klassische TV-Werbung noch lange Zeit die wichtigste Refinanzierungsquelle bleiben wird.  

Langfristig geht Jeremy Allaire, Chairman und CEO des Bewegtbild-Beratungsunternehmens Brightcove, jedoch davon aus, dass die Inhalte auf zahlreichen Plattformen distribuiert werden und die Sender sich damit auch über viele einzelne Erlösströme refinanzieren werden. Besonders wichtig hält er es dabei, auf Youtube zu achten. Die Plattform distribuiert derzeit rund eine Milliarde Videos pro Tag weltweit. "Jeder muss sich fragen, wie seine Youtube-Strategie aussieht", schreibt er den Zuhörern auf den Medientagen ins Stammbuch. pap
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