TV Berlin ist erneut pleite

Montag, 22. Oktober 2012
Der Lokalsender muss erneut den Weg in die Insolvenz antreten
Der Lokalsender muss erneut den Weg in die Insolvenz antreten

Der Lokalsender TV Berlin hat am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Die Werbeeeinnahmen konnten die Kosten des laufenden Sendebetriebs nicht mehr decken. Damit steht der Sender bereits zum dritten Mal in seiner Geschichte vor dem Aus. Die lokalen Werbeeinnahmen hätten "trotz einer guten Entwicklung im besonders wettbewerbsintensiven Berliner Markt" die Kosten des Sendebetriebes nicht mehr decken können, teilte TV Berlin am Freitagabend mit. Der Sender hatte bis zuletzt noch auf das Projekt Volks TV des ehemaligen RTL-Chefs Helmut Thoma gehofft, um zusätzlich zu den lokalen Werbeeinnahmen auch an nationale Budgets heranzukommen. Doch nachdem der Vertrag mit Volks TV Ende September ausgelaufen war, ohne dass das Projekt gestartet war, habe sich die wirtschaftliche Perspektive weiter verschlechtert.

Ein Großteil der Gesellschafter, darunter der Medienkonzern Axel Springer, war zwar bereit, den Sender weiter zu finanzieren, allerdings konnten sich nicht alle Gesellschafter auf eine neue Finanzspritze einigen. Die Geschäftsführung sei daher gezwungen gewesen, Insolvenz anzumelden.

Es ist bereits das dritte Mal, dass TV Berlin Insolvenz anmelden muss. Der Vorgängersender Puls TV war 1997 zum ersten Mal in die Pleite gerutscht, 2005 musste TV Berlin nach dem Ende des Schwestersenders TV München erneut Insolvenz anmelden. Der Sendebetrieb soll zunächst aufrecht erhalten werden. Der Insolvenzverwalter prüft nun die wirtschaftlichen Perspektiven und die Möglichkeit einer Fortführung. dh
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