TM 3 will das Fußballglück nicht teilen

Mittwoch, 12. Mai 1999

TM 3 wird voraussichtlich sowohl die Dienstags- als auch die Mittwochs-Spiele der Champions League übertragen. „Wenn der Erfolg schon bei uns einschlägt, wollen wir ihn auch auf der ganzen Linie auskosten", sagt TM 3-Verkaufschef Andreas von Maltzan. Zwar müßten die Gesellschafter Rupert Murdoch (66 Prozent) und Herbert Kloiber (34 Prozent) noch entscheiden, wie genau die Verwertungskette für die Spiele der Euroliga aussehe. Derzeit gehe man bei TM 3 aber davon aus, „daß beide Spieltage exklusiv bei uns zu sehen sind". Ab September soll die Champions League den einstigen Frauensender mit durchschnittlich 0,7 Prozent Marktanteil (1998) in die 2. Liga der TV-Sender hieven. Ende dieses Jahres stehen 4 bis 6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49jährigen im Plan. Die Daytime soll ihren Servicecharakter behalten, in der Primetime will der Sender Top-Spielfilme und Top-Fußball zeigen. Den Werbekunden will TM 3 im Umfeld der Champions League deutlich günstigere Preise anbieten als der bisherige Rechtehalter RTL. Der verlangt beispielsweise für einen 30-Sekunden-Spot im Endspiel 267.000 Mark. TM 3 will im Schnitt 20 bis 30 Prozent günstiger sein. Während TM 3 seinen Triumph voll auszukosten gedenkt, verabschiedet sich RTL mit einem Spektakel von der Champions League: Am 26. Mai, dem Finale zwischen Bayern München und Manchester United, überträgt der Sender zum letzten Mal ein Spiel der Champions League. Entsprechend fulminant inszeniert RTL dieses letzte Spiel und reist mit 70 Mitarbeitern nach Barcelona, wo das Finale ausgetragen wird. Darüber hinaus schickt der Kölner Sender 16 Kameras nach Spanien - zusätzlich zu den 23 vom spanischen Fernsehsender TVE aufgebauten Kameras. Durch das Programm werden Kommentator Marcel Reif, Moderator Günther Jauch und Analytiker Franz Beckenbauer führen. „Bei aller Melancholie - dieser Abend wird eine richtig schöne Beerdigung", bringt es Günther Jauch auf den Punkt. Für die Werbungtreibenden wird dieses Schauspiel vor allem schön teuer: Ein 30 Sekunden langer Spot soll 267.000 Mark kosten.
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