T-Online weitet Verlust aus

Donnerstag, 21. März 2002
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Geschäftsjahr T-Online Deutschland Deutsche Telekom


Der Internetanbieter T-Online ist im Geschäftsjahr 2001 weiter in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust hat sich mit 797 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Das Unternehmen begründet dies mit der erstmaligen Konsolidierung der ausländischen Beteiligungen sowie mit vorgezogenen Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 281 Millionen Euro. Auch die im vergangenen Frühjahr abgeschaffte ISDN-Flatrate hat nach Unternehmensangaben das Ergebnis belastet. Die letzten Verträge des verlustbringenden Zugangstarifs seien aber im Dezember 2001 ausgelaufen, teilt T-Online mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im Geschäftsjahr 2001 bei minus 189 Millionen Euro. Im 4. Quartal habe der Konzern aber in Deutschland bereits mit 24,8 Millionen Euro im positiven Bereich gelegen. Dagegen haben die defizitären Auslandsgesellschaften dafür gesorgt, dass konzernweit auf EBITDA-Basis im 4. Quartal noch Verluste in Höhe von 31,2 Millionen Euro anfielen.

Der Umsatz entwickelte sich hingegen positiv. Im Geschäftsjahr 2001 setzte die Telekom-Tochter 1140 Millionen Euro um, was einer Steigerung um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei erwirtschaftete T-Online 947 Millionen Euro im Zugangsgeschäft, 20 Millionen Euro mit sonstigen Dienstleistungen und 173 Millionen Euro im Portalgeschäft, in dem die Bereiche Advertising und E-Commerce zusammengefasst sind.

Damit ist das Unternehmen noch weit von dem Ziel entfernt, bis 2003 mindestens 30 Prozent des Umsatzes im Portalgeschäft zu erwirtschaften - zumal eigenen Angaben zufolge 50 Prozent der Non-Access-Umsätze durch die Muttergesellschaft Deutsche Telekom erzeugt wurden. Ende 2001 nutzten europaweit 10,7 Millionen Kunden den Internetzugang von T-Online. In Deutschland ist T-Online mit einer Kundenzahl von 8,8 Millionen weiterhin stärkster Zugangsanbieter.
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