Super RTL und IP Deutschland untersuchen die Lebens- und Medienwelt junger Konsumenten

Donnerstag, 27. Juni 2002
Themenseiten zu diesem Artikel:

IP Deutschland Super RTL Claude Schmit IP Guido Modenbach


Wer bei der jungen Zielgruppe punkten will, braucht mehr als coole Helden und hippe Produkte. Er muss vor allem die Eltern auf seiner Seite haben, wie die neu aufgelegte Studie Kinderwelten 2002 zeigt. "Die Kinderwelt an sich gibt es nicht, denn die kindliche Welt wird immer von anderen - etwa von der Elternwelt - beinflusst", bestätigt Super-RTL-Geschäftsführer Claude Schmit. Grund genug für den Kindersender und den Vermarkter IP Deutschland, die Erziehungsberechtigten genauer unter die Lupe zu nehmen. Herausgekommen ist eine Elterntypologie, die entsprechend den unterschiedlichen Erziehungsstilen sieben verschiedene Elterntypen unterscheidet.

Die größte Gruppe der Kinder, nämlich 19 Prozent, wächst der Studie zufolge erstaunlicherweise bei dem gleichgültigen Elterntyp auf. Sie haben wenig Zeit für ihre Kinder und interessieren sich nicht für deren sozialen Umgang sowie deren schulische Leistungen. TV und Video werden von diesen Eltern gerne als Babysitter eingesetzt. Fast ebenso viele Kinder leben jedoch bei äußerst engagierten Eltern, den aufgeschlossenen (17 Prozent) beziehungsweise großzügigen (18 Prozent). Der Typ der aufgeschlossenen Eltern legt großen Wert auf die freie Entfaltung der Kinder und hält sie zu einer eigenen Meinung an. Sie interessieren sich für den Umgang ihrer Kinder und geben ihnen gerne Anregungen. Ihre Einstellung zum Fernsehen ist leicht kritisch. An neuen Technologien sind sie sehr interessiert.

Neben den Eltern nehmen Super RTL und die IP aber auch die Kids genauer unter die Lupe. Dabei machen die Forscher sechs Erlebnistypen aus, die sich durch alle Altersgruppen ziehen. Am ausgeprägtesten kommt der Erlebnistyp "Die arrangierte Welt" vor, dem knapp zwei Fünftel der 6- bis 13-Jährigen angehören. Diese Kinder sind angepasst und auf Anregungen von außen angewiesen. Sie haben eine schwach ausgeprägte Fantasie und bringen sich kaum aktiv ein. Ihre beliebtesten TV-Genres kommen aus den Bereichen Abenteuer, Action und Mystery. Zudem mögen sie Unterhaltungs- und Comedy-Sendungen.

Guido Modenbach, Geschäftsführer Marketing bei IP Deutschland, unterstreicht, dass die Studie den ersten umfassenden Versuch einer qualitativen Beschreibung der jungen Zielgruppen unternehme und damit die Mediaplanung maßgeblich unterstütze. "Dieser Vorstoß dürfte gerade für die Werbewirtschaft von großem Interesse sein", meint Modenbach. So könnten die Ergebnisse nicht nur einen Hinweis darauf geben, welche Kindertypen man über welche TV-Formate und die entsprechende Werbung erreiche. "Auch Hersteller und Werbeagenturen können von diesem Wissen profitieren", erklärt der Vermarktungsexperte.
Meist gelesen
stats