Südwestdeutsche Medienholding: Vertrauensverhältnis zerstört

Montag, 23. April 2007

Der Streit um den Süddeutschen Verlag geht weiter: Am heutigen Dienstag wählen die verkaufswilligen Eigentümer des Verlages neue Mitglieder in den Aufsichtsrat. Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) hatte am gestrigen Montag ihre Vertreter aus dem Aufsichtsrat und der Herausgeberversammlung des Verlags zurückgezogen. Damit wollte die Stuttgarter Medienholding die Konsequenz daraus ziehen, dass das "für eine erfolgreiche Zusammenarbeit notwendige Vertrauensverhältnis unter den Gesellschaftern des Süddeutschen Verlages nicht mehr besteht". Man wolle die Interessen der SWMH wahrnehmen, "ohne auf persönliche Differenzen und Angriffe Rücksicht nehmen zu müssen." Bislang war die SWMH, die mit 18,75 Prozent am Süddeutschen Verlag beteiligt ist, mit Oliver C. Dubber und Richard Rebmann in den Aufsichtsgremien vertreten. In der vergangenen Woche war die SWMH mit dem Versuch gescheitert, den Eigentümerfamilien eine Unternehmensprüfung gerichtlich zu untersagen. Diese wollen ihre Anteile am Süddeutschen Verlag verkaufen. Die Stuttgarter Medienholding hat jedoch ein Vorkaufsrecht, das sie auch geltend machen will. Medienberichten zufolge bewertet die SWMH den Verlag mit rund 750 Millionen Euro. Die Eigentümerfamilien wollen offenbar bis zu 1 Milliarde Euro für den Verlag sehen. dh

Meist gelesen
stats