Sueddeutsche.de-Chef Hans-Jürgen Jakobs fordert SEO-Konvention gegen "Manipulationen"

Donnerstag, 12. Juni 2008
Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von Sueddeutsche.de
Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von Sueddeutsche.de

Beim Umgang mit redaktioneller Suchmaschinenoptimierung (SEO) bahnt sich ein Grundsatzstreit zwischen den Verlagen an. Hintergrund: Immer mehr Nachrichtenportale betreiben systematische SEO als digitales Vertriebsinstrument, um die Reichweiten ihrer Websites zu pushen. Doch noch gibt es Unterschiede: Experten schätzen den Anteil des Traffics, den einzelne Nachrichtenseiten über Google und Co generieren, auf 15 bis über 50 Prozent.

Als besonders erfolgreich beim SEO gilt Welt Online – und erweckt damit Neid und Argwohn der Konkurrenz. "Der irrsinnig hohe Nutzeranteil von rund 50 Prozent, den allen Informationen nach Welt.de via Google und Google News erzielt, zeigt, was auf diesem Sektor technisch so alles möglich ist", staunt Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, das nach eigenen Angaben zwischen 15 und 20 Prozent der Zugriffe über Suchmaschinen erhält.

Ohne Welt Online weiter explizit zu nennen, fordert Jakobs "eine Konvention über statthafte und unstatthafte Maßnahmen" beim SEO. Zuvor sollten "alle Tricks, gegebenenfalls auch Manipulationen, öffentlich gemacht werden", denn bei "exzessiver SEO" handele es sich um "journalistische Wettbewerbsverzerrung".

Mehr zum Thema Suchmaschinenoptimierung in der HORIZONT-Ausgabe 24/2008, die am heutigen Donnerstag erscheint.
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