"Süddeutsche" will Personalkosten sparen / Sonntagszeitung ist noch nicht vom Tisch

Donnerstag, 30. Oktober 2008
Richard Rebmann: "Der SZ geht es gut"
Richard Rebmann: "Der SZ geht es gut"

Der sonst gegenüber der Öffentlichkeit eher zugeknöpfte Richard Rebmann, Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding in Stuttgart, hat sich bei den Medientagen in München zur wirtschaftlichen Situation der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) geäußert. "In diesem Jahr geht es der SZ gut, aber im Zuge der Finanzkrise spüren wir derzeit Rückgänge bei Stellenanzeigen und den Werbeausgaben nationaler Markenartikler." Daher stelle sich das Unternehmen auf ein schwieriges Jahr 2009 ein - von einer Krise des Printgeschäfts will er indes nicht sprechen. 

Um die wirtschaftlichen Turbulenzen sicher zu umschiffen, erarbeitet die Medien Holding derzeit Maßnahmen. Dazu gehört beispielsweise eine Senkung der Personalausgaben, die in dem Unternehmen 50 Prozent der Kosten ausmachen. Einen Einstellungsstopp wie ihn Gruner + Jahr sowie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verhängt haben, ist für Rebmann allerdings keine Option: "Einige Bereiche wachsen, hier brauchen wie neue Mitarbeiter."

Auch von betriebsbedingten Kündigungen will er absehen. Statt dessen plant er "weiche" Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen oder das Angebot eines Sabbatjahres für Mitarbeiter. Zudem plädiert er für mehr Kooperationen auf dem Zeitungsmarkt. "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen wir lernen, stärker zusammenzuarbeiten." 

Richard Rebmann: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen wir lernen, stärker zusammenzuarbeiten“
Trotz Sparmaßnahmen auf der einen Seite arbeitet die "SZ" an Innovationen. Beispielsweise beschäftige sich die Verlagsführung weiterhin mit dem Start einer überregionalen Sonntagszeitung. Am 5. November erscheint zudem erstmals das Familienmagazin "SZ Wir" und die Zeitungen "Schwarzwälder Boote" und "Mannheimer Morgen" bringen seit kurzem ein gemeinsames Wirtschaftsmagazin heraus. "Diese Zeitschriftenableger haben den Vorteil, dass man damit eher Zielgruppenorientiert arbeiten kann", erklärt Rebmann. bn
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