Süddeutsche überarbeitet Wochenend-Ausgabe und Layout

Montag, 05. Juli 2010
Die "Süddeutsche Zeitung" soll behutsam modernisiert werden
Die "Süddeutsche Zeitung" soll behutsam modernisiert werden

Auf Kurt Kister, den neuen Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", kommt Arbeit zu. Er soll die Wochenendausgabe umgestalten und auch das Layout modernisieren, so "SZ"-Herausgeber Johannes Friedmann im Interview mit dem "Spiegel". Friedmann ist Vorsitzender des Herausgeberrats der "Süddeutschen Zeitung". Die jahrelang gehegten Pläne für eine eigene Sonntagszeitung nach dem Vorbild der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sind vom Tisch. Der Aufbau eines eigenen Vertriebs wäre zu kostspielig gewesen, so Friedmann. "Jetzt denken wir darüber nach, wie wir die Wochenendausgabe so gestalten können, dass wir damit die Sonntagszeitungen der Konkurrenz ersetzbar machen", kündigt Friedmann im "Spiegel" an. Auch das "SZ Magazin" könnte von der Repositionierung betroffen sein.

Zudem soll Kister, der Ende des Jahres den 66-jährigen Hans Werner Kilz beerbt, das Blatt insgesamt überarbeiten. "Wir brauchen eine behutsame Modernisierung unseres Layouts, das ja schon mehr als traditionell ist", so Friedmann. Die bisherige Leserschaft scheint die Optik dagegen noch nicht zu stören. Die "SZ" verkaufte im 1. Quartal 2010 laut IVW von montags bis samstags 445.822 Exemplare und lag damit stabil im Markt, allein die Samstagsausgabe kam auf 530.201 Stück.

Den Sparkurs, den das Traditionsblatt unter dem Eigentümer Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) eingeschlagen hat, rechtfertigt Friedmann: "Auch wir können nicht beliebig lang in den roten Zahlen bleiben. Abbau wird sich in einer wirtschaftlich so dramatischen Umbruchphase nicht verhindern lassen." pap
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