"Süddeutsche Zeitung" will Wochenendausgabe ausbauen

Montag, 18. April 2011
SZ-Chefredakteur Heribert Prantl
SZ-Chefredakteur Heribert Prantl

Die "Süddeutsche Zeitung" will ihre Samstagsausgabe zur Leseausgabe für das Wochenende weiterentwickeln. Eine Sonntagszeitung wird es dagegen auf absehbare Zeit nicht geben. Das sagte Chefredakteur Heribert Prantl im Interview mit der österreichischen Zeitung "Die Presse". "Eine 'Süddeutsche Sonntagszeitung' ist mein Traum. Wahrscheinlich wird es aber keine eigene Sonntagszeitung geben, weil es sehr teuer ist, einen Vertrieb aufzubauen. (...) Aber man wird überlegen, in welcher Weise man die sechste Ausgabe, die Samstagsausgabe, zu einer ganz neuen Wochenendausgabe macht", verrät Prantl. Ermutigt ist man in München durch die guten Verkaufszahlen des Samstagsabos.

Für die Weiterentwicklung der Wochenendausgabe will Prantl vor allem die Stärken der "SZ" ausbauen: Die Analyse und den Hintergrund. "Die 'SZ' ist eine Autorenzeitung. Autorität kommt von Autor. Diese Autorität hebt uns heraus, das sollten wir in der Wochenendausgabe noch mehr nutzen und die blanke Tagesaktualität zurückdrängen, sodass die Samstagszeitung eine Lesezeitung wird", erklärt Prantl, einer von drei Chefredakteuren der "Süddeutschen Zeitung".

Außerdem soll das Layout der Münchner Tageszeitung aufgefrischt werden, berichtet das "Hamburger Abendblatt". Damit soll der Mantel dem 2010 komplett überarbeiteten Regionalteil angeglichen werden. Wie tiefgreifend die Veränderung ausfallen wird, ist noch nicht klar. "Je nachdem, wen man fragt, handelt es sich dabei um einen Relaunch beziehungsweise um eine behutsame Layoutveränderung", berichtet Abendblatt-Medienautor Kai-Hinrich Renner. Federführend für den Relaunch ist der Hamburger Designer Christian Tönsmann, der bereits den Regionalteil neu gestaltet hat. dh
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