"Süddeutsche Zeitung" angeblich nicht mehr an "FR" interessiert

Montag, 21. Januar 2013
Um die Zukunft der "Frankfurter Rundschau" wird weiter gerungen
Um die Zukunft der "Frankfurter Rundschau" wird weiter gerungen
Themenseiten zu diesem Artikel:

SZ Focus FAZ Frankfurter Rundschau FR Bieterrennen Rundschau



Ende Januar muss der Insolvenzverwalter der "Frankfurter Rundschau" einen Investor präsentieren, sonst steht die Tageszeitung vor dem endgültigen Aus. Ein möglicher Käufer ist offenbar aus dem Bieterrennen ausgestiegen: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" ist die "Süddeutsche Zeitung" nicht mehr länger an einer Übernahme interessiert. Damit steigen die Chancen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf einen Übernahme des Ortskonkurrenten. FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan sagte gegenüber dem "Focus", derzeit werde über "mögliche Synergieeffekte mit der 'Frankfurter Neue Presse' nachgedacht". Die "FAZ" ist über die FAZIT-Stiftung auch mehrheitlich an der regionalen Tageszeitung beteiligt. Die "FAZ" deckt die regionale Berichterstattung außerdem mit einem eigenen Regionalteil, der "Rhein-Main-Zeitung" ab. Beobachter waren bislang davon ausgegangen, dass die FAZ vor allem an der "FR" interessiert ist, um einen Markteintritt der "Süddeutschen Zeitung" im Rhein-Main-Gebiet zu verhindern.

Wettbewerbliche Bedenken gegen eine Übernahme von Teilen der "FR" durch die "FAZ" dürfte es laut "Focus" nicht geben. Nach der anstehenden Reform der Kartellrechts wäre eine Sanierungsfusion durch ein marktbeherrschendes Unternehmen erlaubt, wenn keine andere Lösung möglich ist. Bis Ende des Monats muss Insolvenzverwalter Frank Schmitt eine Lösung für die Frankfurter Traditionszeitung präsentieren, sonst droht der "FR" das endgültige Aus. Die Mittel für den laufenden Betrieb reichen nur noch bis Ende Januar. dh
Meist gelesen
stats