"Süddeutsche Zeitung": Hoeneß fordert Richtigstellung vom "Focus"

Mittwoch, 08. Mai 2013
Der "Focus"-Titel vom 29. April 2013
Der "Focus"-Titel vom 29. April 2013

Dem "Focus" liegt offenbar ein unbequemes Schreiben der Anwälte von Uli Hoeneß vor: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" geht der Bayern-Präsident gegen eine inzwischen dementierte Behauptung in der "Focus"-Titelstory vom 29. April ("Strafsache Hoeneß") vor. Die geforderte Richtigstellung lehne das Nachrichtemagazin aber ab. In der Unterzeile des Titels "Strafsache Hoeneß" hieß es, dass sich dessen Name auf einer so genannten Steuer-CD befand, die Namen und Summen deutscher Steuerbetrüger mit Schweizer Konten dokumentieren sollen. Der Datenträger sei von der Staatsanwaltschaft Bochum an Münchner Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat das laut "SZ" mittlerweile dementiert: Ihr liege keine CD mit dem Namen Hoeneß vor, man habe demnach auch keine Informationen nach München weitergegeben. Der "Focus" griff das Dementi in seiner aktuellen Ausgabe auf, Hoeneß' Anwälte verlangen aber nach Informationen der "Süddeutschen" darüber hinaus eine Richtigstellung.

Der Burda-Verlag, in dem der "Focus" erscheint, wehrt sich jedoch dagegen: "Es liegt ein Anspruchsschreiben der Anwälte von Uli Hoeneß vor. Focus weist die Ansprüche jedoch zurück", sagte ein "Focus"-Sprecher auf "SZ"-Anfrage. Wenn beide Seiten sich nicht einig würden und Hoeneß' Anwälte über eine Richtigstellung hinaus auch eine Gegendarstellung forderten, dürfe man auf die kommenden "Focus"-Titel gespannt sein, unkt die "Süddeutsche". Denn Gegendarstellungen müssen laut Presserecht "an vergleichbarer Stelle und in vergleichbarer Aufmachung" gedruckt oder gesendet werden. Hieße in diesem Fall: Auf dem Cover.

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden seiner Steuer-Affäre hatte Hoeneß angekündigt, sich "gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen" anwaltlich zur Wehr setzen zu wollen. ire
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