Stühlerücken in der Führung von Ketchum Pleon, Weber-Shandwick und Ergo

Dienstag, 09. April 2013
Christiane Schulz wechselt auf den CEO-Posten von ...
Christiane Schulz wechselt auf den CEO-Posten von ...

In den Chefetagen von gleich drei großen PR-Agenturen tut sich was. Mehrere Toppositionen werden neu besetzt. Die Wechsel hängen miteinander zusammen. Doch der Reihe nach: Christiane Schulz, Managing Partner, Berliner Standortchefin und Nummer 2 hinter CEO Dirk Popp bei Ex-Marktführer Ketchum Pleon, verlässt die BBDO-Tochter. Sie wechselt zur Interpublic-Agentur Weber-Shandwick, wo sie CEO wird. Dort löst sie die langjährige Chefin Astrid von Rudloff ab, die wiederum bei der inhabergeführten Agentur Ergo Unternehmenskommunikation in Köln einsteigt. Schulz war seit 1998 für Ketchum Pleon beziehungsweise deren Vorgängeragenturen tätig. Jetzt hat es sie offenbar gereizt, auch mal CEO-Verantwortung zu übernehmen. Die 44-Jährige bleibt noch bis Ende Mai bei ihrem bisherigen Arbeitgeber, um einen geordneten Übergang zu gewährleisten. "Ketchum Pleon steht so gut da, wie schon lange nicht mehr", findet Schulz. Die Agentur sei "außerordentlich profitabel", habe Bestandskunden ausgebaut und Neugeschäft gewonnen. "Aber man soll gehen, wenn es am schönsten ist", begründet sie ihren Abschied.

Die Position von Schulz wird in der bisherigen Form nicht neu besetzt. Stattdessen werden ihre Aufgaben verteilt. Um den Berliner Standort kümmert sich in Zukunft das Duo Jan Böttger und Arne Wiechmann. Die beiden Business Directors kommen aus den eigenen Reihen und sollen das Büro unter Supervision von Gruppenchef Popp führen. Schulz' Platz im Board von Ketchum Pleon übernimmt die Münchner Standortchefin Simone Hoch.

Auch bei Weber-Shandwick, der künftigen Wirkungsstätte von Schulz, endet eine Ära. Die bisherige Chefin von Rudloff war seit 1992 für die Agentur aktiv, seit 2004 als CEO. Bei ihrer neuen Wirkungsstätte Ergo steigt sie im Juli als Geschäftsführerin und Partnerin ein, das heißt sie wird auch Gesellschafterin der Agentur. Mit Networkmüdigkeit habe ihr Schritt nichts zu tun, betont von Rudloff: "Ich habe einfach Lust, nach so langer Zeit noch mal etwas Neues zu machen", sagt sie gegenüber HORIZONT.NET. Von Rudloff wird die Agentur zusammen mit den beiden Gründern Hans Ulrich Helzer und Tobias Mündemann führen. Ergo konnte den Honorarumsatz im vorigen Jahr um 17 Prozent auf 11,3 Millionen Euro steigern.

... Astrid von Rudloff bei Weber-Shandwick, die zu Ergo geht
... Astrid von Rudloff bei Weber-Shandwick, die zu Ergo geht
Bei Ketchum Pleon gibt es weitere Veränderungen mit Management. Auch am Stammsitz in Düsseldorf wird es keinen direkten Nachfolger für den vor kurzem ausgeschiedenen Geschäftsführer Tasso Enzweiler geben. Stattdessen kümmert sich auch hier ein Duo aus den eigenen Reihen um die Standortleitung: Rainer Maeßen und Babette Kemper. Maeßen war bislang als stellvertretender Standortchef für die Agentur tätig, Kemper als Leiterin des Consumer Teams.

Die Chefs der insgesamt sieben deutschen Standorte von Ketchum Pleon bilden unterhalb des dreiköpfigen Executive Boards den Führungskreis der Agentur. Dieser wird durch ein sogenanntes Extended Leadership Team erweitert. Dem neuen Gremium gehören unter anderem Kreativchefin Petra Sammer, Christof Biggeleben (Head of Campaigning) sowie Thomas Helm (Head of Governmental Affairs) an. "Wir gehen damit den nächsten Schritt in der Entwicklung unsrere Agentur und bringen das Führungsteam der nächsten Generation nach vorn", erklärt CEO Popp den Verzicht auf externe Berufungen. Mit Sparmaßnahmen habe dieser Schritt nichts zu tun.

Im Gegenteil: Der Gruppenchef zeigt sich zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Agentur: "Trotz Eurokrise und wachsender Skepsis in der Wirtschaft lagen wir im Jahr 2012 und im 1. Quartal 2013 bei Umsatz und Ertrag über den Erwartungen." Die Agentur hat zuletzt unter anderem die Hochschulinitiative Neue Bundesländer und das Land Sachsen als Kunden gewinnen können. Wenig erfreulich ist allerdings nach wie vor die Situation in Österreich. Der dortige Ableger gehört ebenfalls zum Verantwortungsbereich von Popp. Hier hat die Agentur in den letzten Jahren massive Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. mam
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