Studie sieht ZDF als Glaubwürdigkeitsinsel

Dienstag, 27. April 1999

Angesichts einer zunehmenden Zerfaserung des Programmangebots und weltweiter Umbrüche im Kommunikations- und Mediensektor nimmt das Zweite Deutschen Fernsehen den Status einer "Glaubwürdigkeitsinsel" ein. Dies bescheinigt die Studie "Der spezifische Funktionsauftrag des ZDF" des Münsteraner Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Bernd Holznagel den Mainzer Fernsehmachern. Bei der Präsentation des Gutachtens in Berlin erklärte ZDF-Intendant Stolte: "Wir legen mit dieser bemerkenswerten Arbeit eine ebenso aktuelle wie umfassende Standortbestimmung unseres öffentlich-rechtlichen Auftrags vor." Holznagel erteilte Forderungen nach einer Begrenzung dieses Auftrages eine klare Absage und schlug statt dessen vor, die einzelnen Aspekte des ZDF-spezifischen Funktionsauftrags durch den Fernsehrat zu präzisieren und in den Programmrichtlinien in Form einer Selbstbindung rechtsverbindlich verankern zu lassen. Demgegenüber lehnt der ARD-Vorsitzende, Prof. Peter Voß, jede einseitige Regulierung und Eingrenzung der öffentlich-rechtlichen Sender ab: "Die Diskussion sollte aus Sicht der ARD nicht unbedingt vom semantisch fragwürdigen Begriff eines ,Funktionsauftrags' ausgehen, sondern im Ergebnis zwischen Auftrag und Funktion unterscheiden", so Voß in einer Stellungnahme. Deshalb habe die ARD nun ihrerseits ein medienrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben.
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