Studie: iPhone- und iPad-Strategie der deutschen Verlage ist noch ausbaufähig

Mittwoch, 30. März 2011
Magazine wie der "Spiegel" setzen auf dem iPad meist auf In-App-Payment
Magazine wie der "Spiegel" setzen auf dem iPad meist auf In-App-Payment

An einer eigenen App für iPhone und iPad bastelt derzeit ein Großteil der Medienunternehmen. Aber können diese Produkte beim User auch wirklich für eine hohe Nutzungs- und Zahlungsbereitschaft sorgen? Nein, zumindest nicht mit den aktuellen Umsetzungen – das ist das Ergebnis einer Studie der Agentur Bulletproof Media, die die iPhone- und iPad-Strategien der deutschen Verlage untersucht hat. Probleme gibt es einige: Die Kundenprozesse seien häufig noch nicht ausgereift, die technische Fehleranfälligkeit noch sehr hoch und die Umsetzung der Produkte lässt in Sachen Usability oft noch zu wünschen übrig. Noch sind mehr Apps für das iPhone auf dem Markt, was vor allem daran liegt, dass einzelne Marken durchschnittlich knapp zwei Apps für dieses Endgerät anbieten, einige sogar deutlich mehr. Beim iPad hingegen gilt zumeist das Prinzip: Eine Marke – eine App.

Die Unterschiede zwischen den Endgeräten haben die Verlage jedoch vielfach erkannt: In den wenigsten Fällen gibt es identische Umsetzungen für iPhone und iPad. Tageszeitungsverlage konzentrieren sich für das Smartphone in erster Linie auf aktuelle Nachrichten, während sie auf Tablets eher eine E-Magazin-Strategie verfolgen. Da die Schnittmenge der User, die beide Geräte besitzen, relativ groß ist, erscheint diese Unterscheidung sinnvoll.

Zudem variieren die Monetarisierungsabsichten je nach Endgerät: Auf dem iPhone geht es vor allem darum, kostenlose Inhalte im Web zu Geld zu machen, während das iPhone auf Copy-Preise setzt. Hierbei spielt vor allem das In-App-Payment eine Rolle, der Nutzer lädt sich die App also kostenfrei herunter, muss jedoch für die aktuelle Ausgabe bezahlen. Der Preis der iPad-Ausgabe orientiert sich dabei bei Magazinen größtenteils am Preis der Printausgabe, während Tageszeitungen auf dem iPad meist unter dem Print-Copypreis bleiben.

Für die Zukunft gehen die meisten Unternehmen von weiteren Mobile-Produkten aus: 90 Prozent der Studienteilnehmer planen die Umsetzung einer iPad-App. Außerdem wollen die meisten von ihnen der Macht von Apple entfliehen, indem sie auch auf anderen Tablets wie dem Samsung Galaxy Tab aktiv werden möchten. Die Investitionsspannbreite variiert dabei zwischen unter 10.000 und bis zu 100.000 Euro, steigt jedoch nicht darüber.

Für die Studie wurden in einem ersten Schritt mehr als 200 Verlagsangebote für iPhone und iPad analysiert und getestet. Zusätzlich wurden Verlagsverantwortliche per Online-Umfrage zum Thema befragt. sw
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