Studie: Zukäufe im Verlagswesen erreichen Rekordwert

Donnerstag, 22. Januar 2009
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Noch hat die Wirtschaftskrise die Kauflaune der deutschen Verlage nicht messbar getrübt: Der Transaktionsmonitor der Frankfurter Unternehmensberatung Bartholomäus & Cie., der HORIZONT.NET exklusiv vorliegt, verzeichnet 261 Beteiligungen und Übernahmen für das Jahr 2008. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist der höchste Wert seit dem Start der Erhebung im Jahr 2000. „Übernahme- und Beteiligungsverhandlungen sind in der Regel langwierig. Daher brechen diese Aktivitäten nicht abrupt ab, wenn sich das Wirtschaftsklima wie 2008 im 3. Quartal plötzlich verschlechtert", erklärt Axel Bartholomäus, Gründer und Inhaber der Consulting-Firma. In diesem Jahr wird die Shoppinglust dagegen abnehmen. „Vor allem die Zahl der großen Deals wird 2009 rapide sinken, wenn die Banken ihre Kreditvergabe deutlich einschränken", prognostiziert Bartholomäus.

Wie in den Vorjahren sind die Fachverlage mit 58 Transaktionen und rund 22 Prozent aller Übernahmen beziehungsweise Beteiligungen am aktivsten. Es folgen General-Interest-Medien, der Buchhandel, Special-Interest-Medien, Buchverlage und Tageszeitungen. Letztere verzeichnen gegenüber 2007 das stärkste Wachstum (plus 33 Prozent).

Dabei herrscht bei den Zeitungsverlagen das Prinzip: lieber seltener shoppen, aber dafür richtig. Obwohl in diesem Segment die wenigsten Transaktionen vereinbart werden, geben die Unternehmen hier das meiste Geld aus. Die durchschnittliche Deal-Größe der Tageszeitungen beträgt 77,3 Millionen Euro. Auf Platz 2 liegt der Buchhandel mit 37,1 Mil-
lionen Euro. Dagegen sind Fachverlage auf Schnäppchenjagd. Im Schnitt geben sie pro Transaktion gerade einmal 4,6 Millionen Euro aus.

Aufgrund der Wirtschaftsflaute wird es laut Medienexperte Bartholomäus in diesem Jahr zwischen den Segmenten zu Verschiebungen kommen. Einen Rückgang der Transaktionen erwartet er vor allem in den werbeabhängigen Branchen wie General Interest und Tageszeitungen. Dagegen werde das Kaufinteresse von Buchverlagen und -handel sowie Fachmedien vergleichsweise stabil bleiben. bn

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe, die am 21. Januar erscheint.
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