Studie: Zeitschriften gehören zu den meistgenutzten Inhalten auf Tablets

Donnerstag, 05. Juli 2012
PwC hat die Nutzung von Medien auf Tablets untersucht
PwC hat die Nutzung von Medien auf Tablets untersucht

Springer-Chef Mathias Döpfners findet, dass jeder Verlag Steve Jobs auf Knien für die Erfindung des iPad danken müsste. Und tatsächlich scheinen Tablets die rückläufige Nutzung von Printmedien ein Stück weit auffangen zu können: Über 50 Prozent aller Tablet-Nutzer lesen mehrmals pro Woche Zeitungen oder Zeitschriften auf ihrem Gerät. Das geht aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers hervor. Fast zwei Drittel aller Besitzer oder regelmäßigen Nutzer von Tablets lesen regelmäßig elektronische Zeitungen oder Zeitschriften. Damit liegt die Nutzung von redaktionellen Inhalten sogar noch vor der sozialer Netzwerke. Über 50 Prozent lesen sogar täglich oder mehrmals pro Woche Zeitungen und Zeitschriften auf dem Tablet. Allerdings ersetzt die Nutzung von Apps klassische Printprodukte zumindest teilweise: Jeweils rund 20 Prozent der Befragten gab an, seltener Tageszeitungen (22 Prozent) und Zeitschriften (18 Prozent) zu kaufen, seitdem sie ein Tablet besitzen. Rund 20 Prozent wenden durch die parallele Nutzung von Print und Tablet aber mehr Zeit für das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften auf. 

"Die Zukunft der Medien liegt zweifellos in der Digitalisierung und der Erschließung neuer Vertriebskanäle. Verlage müssen trotz hoher Startinvestitionen und langer Refinanzierungsperioden mit Formaten und Geschäftsmodellen experimentieren, um überzeugende Lösungen für alle Kundengruppen anzubieten und mittelfristig die unvermeidlichen Einbußen aus dem traditionellen Printgeschäft kompensieren zu können", kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC die Ergebnisse der Studie.

Der Knackpunkt für die Verlage ist natürlich die Zahlungsbereitschaft der Kunden für elektronische Titel und Apps. Problematisch: Die meisten Tablet-Nutzer (57,6 Prozent) lesen digitale Titel kostenlos. Nur etwa jeder Zehnte bezahlt für den Einzelabruf von Zeitungen und Zeitschriften, etwa ebenso viele haben ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen.

Beim Preis scheint ein Euro eine psychologisch wichtige Schwelle zu sein: 57 Prozent der Befragten würde für eine Einzelausgabe einer Zeitung höchsten einen Euro bezahlen, mehr als jeder Vierte sogar maximal 50 Cent. Jeder Dritte will gar nichts bezahlen. Dabei gibt es allerdings einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Nutzung von gedruckten Titeln und der Zahlungsbereitschaft: "Konsumenten, die regelmäßig auf gedruckte Zeitungen und Zeitschriften zurückgreifen, bringen ihre Wertschätzung auch in der digitalen Welt durch Zahlungsbereitschaft zum Ausdruck. Für Verlage bedeutet dies, dass die Betreuung bestehender Abonnenten eine weiterhin hohe Priorität genießen muss, denn diese Leser sorgen auch digital für einen wesentlichen Teil der Umsätze", erläutert Ballhaus.

Allerdings erwarten die Nutzer von der Tablet-Version auch einen Mehrwert gegenüber der gedruckten Ausgabe: "Formate, die das technische Potenzial der Tablet-Geräte voll ausschöpfen, versprechen langfristig den größten Erfolg. Bei der Umsetzung von Applikationen sollten sich die Verlage vom starren Format der Printausgabe lösen und den Nutzern Informationen und Services auch über die Textfassung hinaus liefern", sagt Ballhaus. Mehr Informationen zu der Studie gibt es auf PWC.de. dh
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