Studie: Verlage beurteilen Vertrieb pessimistischer als Vermarktung

Donnerstag, 08. Dezember 2011
Die Vertriebserlöse der Verlage sind weiter rückläufig
Die Vertriebserlöse der Verlage sind weiter rückläufig


Weniger Klingeln in der Kioskkasse: Über 70 Prozent der Verlage rechnen in diesem und im kommenden Jahr mit sinkenden Vertriebserlösen. Dies besagt das "Printmedien-Entscheider-Panel" der Deutschen Post, für das im Herbst 101 Top-Verlagsmanager befragt wurden. Bei der vorherigen Erhebung 2009 waren nur knapp 52 Prozent derart pessimistisch. Auch Paid Content dürfte die Aussichten kaum umkehren. 74 Prozent der Verlagslenker glauben, dass journalistische Inhalte im Netz kostenlos bleiben - vor zwei Jahren waren nur 67 Prozent. Allerdings sagen 96 Prozent (2009: 92 Prozent) der Print-Bosse, dass es in spezifischen Themenumfeldern Paid Content geben werde. Und 81 Prozent vertrauen darauf, dass mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets Bezahlinhalte möglich machen. Noch lasse die Zahlungsbereitschaft hier allerdings zu wünschen übrig, klagen 75 Prozent.

Bei den Werbeerlösen erwarten 63 Prozent der Häuser hingegen Stabilität. 21 Prozent gehen gar von steigenden Erlösen aus - und nur 16 Prozent befürchten einen Rückgang. Insgesamt rechnen die Medienmanager mit einem deutlich steigenden Anteil aller Online-Erlöse: 14 Prozent denken, dass die Branche in diesem Jahr mindestens ein Viertel ihrer Vertriebs- und Werbeumsätze auf digitalem Weg erzielt. Für 2012 glauben dies sogar 26 Prozent.

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Weitere Ergebnisse des Printmedien-Entscheider-Panels der Deutschen Post lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 49/2011, die am Donnerstag, 8. Dezember erscheint.

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Derweil blicken die meisten Verlagschefs verärgert auf kostenlose journalistische Internet-Inhalte gebührenfinanzierter Sender. In ihren Augen verstoßen diese öffentlich-rechtlichen Angebote laut Rundfunkstaatsvertrag gegen geltendes Recht (56 Prozent Zustimmung) und seien eine "nicht hinnehmbare Wettbewerbsverzerrung" (68 Prozent). Gleichwohl sagen 81 Prozent der Print-Verantwortlichen, dass eine friedliche Koexistenz zwischen gebühren- und werbefinanzierten Angeboten möglich sein müsse, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. rp
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