Studie: Sportartikler versagen im Netz

Donnerstag, 03. August 2000
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Handlungsbedarf Ispo Präsenz Heiko Dehning


Der Handlungsbedarf bei der Präsenz von Sportartikelherstellern und -händlern im Internet ist groß. Rund 61 Prozent der per Internet bestellten Waren wurden nicht geliefert. Darüber hinaus ließen die getesteten Websites deutlich im Customer-Bereich zu wünschen übrig. Dies ist das ernüchternde Ergebnis, das das Beratungsunternehmen Incovis, vormals Event Consulting Unternehmensberatung, in einer Studie im Vorfeld der Internationalen Messe für Sportartikel und Sportmode (Ispo) am kommenden Wochenende festgestellt hat.

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass der Verbesserungsbedarf bei den Internetauftritten noch groß ist. Im Durchschnitt schnitten die virtuellen Händler ohne stationäre Basis bei den fünf Kategorien insgesamt am besten ab. Am schlechtesten kamen dagegen die Hersteller mit ihren Websites weg. So erreichten im Branchendurchschnitt über alle fünf Faktoren die Hersteller nur 27 Prozent aller erreichbaren Punkte, die Händler 33 Prozent und die virtuellen Händler 39 Prozent. "Das Ergebnis ist ernüchternd", resümiert Heiko Dehning, Vorsitzender des Vorstands von Incovis. Großen Mangel stellten die Analysten im Customer-Bereich fest. Obwohl Customer Relationship derzeit einen hohen Stellenwert genießt — in der Umsetzung hapert es. Gerade für den Bereich Community sei nur wenig zu finden. So erreichten die Händler in dieser Kategorie im Durchschnitt nur 9 Prozent aller erreichbaren Punkte, die Händler immerhin noch 15 Prozent und die virtuellen Händler 22 Prozent.

Weitere gravierende Mängel fand Incovis im Bereich E-Commerce heraus. So hätten die Unternehmen teilweise erhebliche Schwierigkeiten bei der Lieferung von Bestellungen aufgewiesen. Rund 61 Prozent der Bestellungen sind im Test nicht geliefert worden, so das überraschende Ergebnis. Und nur 21 Prozent der Unternehmen lieferten die Ware fristgerecht innerhalb von vier Arbeitstagen. Und so lautet auch das traurige Fazit der Studie: "Information, Kommunikation und Distribution ohne Medienbruch ist für die durchschnittliche deutsche Website in der Sportartikelbranche immer noch ein Buch mit sieben Siegeln", so Heiko Dehning.

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