Studie: Sichere Zukunft für Öffentlich-Rechtliche

Freitag, 11. Juni 2004

Trotz Werbeflaute und immer attraktiveren Angeboten von Pay-TV Sendern und digitalen Spartenkanälen steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Europa auf sicherem Fundament. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse zur Situation der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Europa, die von Screen Digest und Goldmedia veröffentlicht wurde. Sie entstand in Kooperation mit IsICult (Instituto Italia-no per L'Industria Culturale). Analysiert wurde die TV-Landschaft in vier europäischen Schlüsselmärkten: Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien.

Die Studie "Observatory of Public Service Broadcasting in Europe" zeichnet für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ein positives Entwicklungsszenario. Die Werberezession 2001 und 2002 traf verstärkt die Privatsender. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk konnte in ganz Europa seine Position gegenüber den privaten Wettbewerbern verbessern. ARD und BBC sind mit Abstand die größten öffentlichen Rundfunkanbieter in Europa. Die ARD erzielte 2002 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Die BBC wirtschaftete mit rund 5,6 Milliarden Euro. Mit jährlich 193 Euro zahlen die Deutschen die höchste Rundfunkgebühr. Es folgen Großbritannien mit 178 Euro, Frankreich mit 116 Euro und Italien mit 94 Euro.

Vergleicht man die Ausgaben je Prozentpunkt Zuschauermarktanteil, so geben in Europa ARD mit 88,3 Millionen Euro und das ZDF mit 82,3 Millionen Euro am meisten aus. Zwei führende kommerzielle Sender mussten in den vergangenen zehn Jahren die größten Verluste an Zuschauermarktanteilen hinnehmen: in Großbritannien verlor ITV 15,9 Prozent und in Frankreich verzeichnete TF1 einen Rückgang von 8,4 Prozent Die größten Zuwachsraten können in den letzten zehn Jahren Pay-TV und digitale Sparten-Angebote (Multi-Channel TV) vorweisen. In Großbritannien legten sie insgesamt 16,0 Prozent zu, in Deutschland 12,9 Prozent sowie in Frankreich und Spanien jeweils 6,8 Prozent. nr
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