Studie: Print muss für Verlage weiterhin das Kerngeschäft bleiben

Montag, 06. Dezember 2010
Print muss Kerngeschäft bleiben, Online-Angebot brauchen ein kreatives Konzept
Print muss Kerngeschäft bleiben, Online-Angebot brauchen ein kreatives Konzept

Verlage müssen ihr Hauptgeschäft auch weiterhin im Printbereich sehen. Zeitschriften mit hoher Qualität und Nutzwert können den Leser emotional binden und somit ihr Marktpotential erhöhen. Eine komplette Neuorientierung ist hingegen kontraproduktiv: digitale Angebote bergen zwar enormes Wachstumspotential dürfen jedoch nur gezielt und mit durchdachtem Konzept eingesetzt werden. Das sind die Kernaussagen der Studie "Zukunft des deutschen Zeitschriftenmarktes" des Strategieberatungsunternehmens Booz & Company. In Zusammenarbeit mit dem Medienforschungsunternehmen D.Core hat Booz & Company insgesamt 7.000 Leser zu den 100 führenden Zeitschriften befragt. Demnach hat sich der Zeitschriftenmarkt von den Krisenjahren 2008 und 2009 wieder erholen können, kämpft aber nach wie vor mit einem Leserschwund.

Booz & Company geht davon aus, das die Auflagen von Zeitschriften, die bereits länger als fünf Jahre auf dem Markt sind, durchschnittlich um 4 Prozent zurückgegangen sind. Junge Titel hingegen konnten eine durchschnittliche Wachstumsrate von 8,2 Prozent erzielen. Darin sieht der Strategieberater das Indiz, dass sich gezielte Innovationsstrategien lohnen. Nur Verlage, die intelligent in das Kerngeschäft Print investieren, könnten den anhaltenden Strukturwandel des Zeitschriftenmarktes für sich nutzen.

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Mehr Infos zur Studie und ein Interview mit Gregor Vogelsang finden Sie in HORIZONT-Ausgabe 48/2010 vom 2. Dezember 2010.

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Ein weiterer Kernpunkt der Studie sind Tablet PCs. Bis zum Jahr 2015 würden in Deutschland circa 10 bis 15 Millionen dieser Geräte genutzt werden - aktuell sind es knapp 700.000. Dieser Markt berge somit zwar ein enormes Wachstumspotential, doch noch ziehen 80 Prozent der Befragten die gedruckte der Online-Ausgabe vor. Gregor Vogelsang, Medienexperte bei Booz & Company: "Was die Leser wirklich brauchen, ist ein wirklicher Mehrwert durch ein erweitertes Angebot in der digitalen Welt. Die kostenlose Online-Ausgabe ist eine Sackgasse" hor
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