Studie: Online-Shopping setzt sich nur zögernd durch

Dienstag, 27. Juli 1999

"Es läßt sich einfach keine einigermaßen allgemeingültige Aussage formulieren, warum die Verbraucher im Internet einkaufen sollten." Dieses provozierende und im Widerspruch zu vielen euphorischen Prognosen stehende Fazit zieht Orbit-Geschäftsführer Toni Schürer aus einer aktuellen Studie zum Online-Shopping. Orbit gehört mehrheitlich zur Detecon, der Beratungsgesellschaft der Deutschen Telekom. Bei der Studie wußte die Mehrzahl der Verbraucher dem Online-Shopping keinen eindeutigen Vorteil wie bequemeres und schnelleres Einkaufen, günstigere Preise oder soziale Anerkennung zuzuordnen. Wer ein Einkaufzentrum in der Nähe habe, so Schürer, werde den Einkaufsbummel in der realen Welt bei vielen Warenkategorien vorziehen. Lediglich Online-Banking-Dienste erfreuen sich der Studie zufolge hoher Beliebtheit. Auch für die Informationsbeschaffung nutzen die Verbraucher gerne das Internet. Sie stehe auch bei der professionellen Internet-Nutzung gegenüber der Geschäftsabwicklung zwischen den Unternehmen im Vordergrund. Lediglich 1 Prozent der professionellen Nutzer führt auch geschäftliche Transaktionen im Internet durch. Trotz dieser ernüchternden Erkenntnisse geht die Orbit-Studie von einer relativ raschen und nachhaltigen Verbreitung des elektronischen Handels via Internet aus. Als Grund sieht Schürer weniger die Technologie des Internet als den zunehmenden Wettbewerbsdruck.
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