Studie: Online-Musiktauschbörsen kurbeln Umsätze der Musikindustrie an

Montag, 06. Mai 2002

Die größtenteils umstrittenen Online-Musiktauschbörsen sind offenbar doch kein so großes Übel für die Musikindustrie wie bislang angenommen. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter Media Metrix gibt die Mehrheit der Nutzer von kostenfreien Tauschbörsen wie etwa Kazaa oder Morpheus deutlich mehr Geld für CDs aus als vor der Nutzung solcher Angebote.

Laut Studie lassen 34 Prozent der Nutzer von Online-Musiktauschbörsen mehr Geld in Plattenläden als vorher. Nur 15 Prozent geben an, weniger Geld für CDs auszugeben. Bei rund der Hälfte hat sich das Einkaufsverhalten nicht verändert. Die Musikindustrie macht dagegen die Online-Musiktauschbörsen zum Teil für den fünfprozentigen Umsatzschwund im vergangenen Jahr verantwortlich. Musikkonzerne wie Sony, Warner Music, EMI oder Vivendi Universal gehen daher zum Teil gegen die Anbieter kostenfreier Musikdownloads vor.

So hat etwa das bislang erfolgreichste Angebot Napster seit Juli 2001 seine Pforten geschlossen und arbeitet seither gemeinsam mit Bertelsmann an einer legalen Online-Musikplattform. Zudem haben die Musikkonzerne mit Pressplay und Musicnet zum Teil eigene Online-Musiktauschplattformen gelauncht.
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