Studie: Ist die "Bild" nur eine Verkaufsmaschine?

Dienstag, 05. April 2011
Ist die "Bild" in Wahrheit gar keine Zeitung?
Ist die "Bild" in Wahrheit gar keine Zeitung?


Die "Bild" ist gar keine Zeitung, sondern vielmehr einer der großen Einzelhändler Deutschlands. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Drucksache - Bild" der Otto-Brenner-Stiftung - eine gemeinnützige Stiftung der Gewerkschaft IG Metall . Die "Bild" agiere unter dem Deckmantel der Gattung sehr erfolgreich als Verkaufsmaschine. Die Produktpalette reicht von Computern über Internet-Anschlüsse bis hin zu Bahn-Tickets. Damit diene der Journalismus nicht der Informationsvermittlung, sondern nur dem Markenimage von "Bild" berichtet die "Süddeutsche Zeitung", der die Studie vorliegt.
Dieses Image ist das des "Wächters der vemeintlichen Interessen des deutschen Steuerzahlers", schreiben die Autoren, der Wissenschaftler Hans-Jürgen Arlt und der Journalist Wolfgang Storz. Die Autoren wollen zeigen, warum die "Bild"-Gruppe trotz rückläufiger Auflagenzahlen höchste Renditen vorzuweisen hat und damit maßgeblich zum Umsatz des Axel-Springer-Verlages beiträgt. Dieser Erfolg ist über Vermarktungsaktivitäten zu erklären, die wiederum von dem Image der "Bild" profitieren.

Der Wissenschaftler und der Journalist wollen diese These anhand der Artikel über die Griechenland-Krise im Frühjahr und Herbst 2010 belegen. Hier ging es primär um "dramatisierte, moralisierte [...] und emotionalisierte" Berichterstattung und nicht um die politische Mission. Als Beleg fungieren Auswertungen von "Bild"-Ausgaben, sieben Experten-Interviews und ein Interview mit Günter Wallraff. Letzterer schrieb 1977 das Enthüllungsbuch "Der Aufmacher". Ein Interview mit Chefredakteur Kai Diekmann fehlt. Dieser hatte laut "Süddeutsche Zeitung" zweimal freundlich abgelehnt. hor
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