Studie: Internet ungenutztes birgt Potenzial als Vertriebsweg für Automobile

Montag, 14. Oktober 2002

Das Internet birgt ein großes aber bislang ungenutztes Potenzial als Vertriebsweg für Automobile: Die Kaufrate liegt im Internet international unter einem Prozent. Dennoch plant jeder vierte Verbraucher, beim nächsten Autokauf im Internet nach einem Wagen zu stöbern. Mehr als 20 Prozent der Verbraucher gaben bei einer Befragung durch die Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young an, sie würden zukünftig ihr Auto über die Websites eines Automobilherstellers bestellen - 13 Prozent sogar über unabhängige Anbieter.

Bislang existiert allerdings eine große Kluft zwischen den Herstellern und Händlern auf der einen Seite und den Verbrauchern auf der anderen Seite. Laut Studie ist man unterschiedlicher Auffassung, wenn es um den Einfluss des Internets, die Beziehung zwischen Händler und Hersteller, die Auswirkungen der Gruppenfreistellungsverordnung auf den europäischen Markt und die Ausrichtung der Einzelhandels- und Verbraucherprioritäten geht. Vielleicht gerade wegen der Informationsflut im Netz verlassen sich 78 Prozent der befragten Verbraucher weiterhin auf eine Testfahrt als wichtigstes Element in der Kaufentscheidung.

Auseinander gehen die Meinungen darüber, wie wichtig das Internet unter dem Strich für Händler ist, die insgesamt die Auswirkungen pessimistischer einschätzen als die Autobauer: 72 Prozent der deutschen Händler glauben, dass die Margen beim Verkauf von Neufahrzeugen schrumpfen werden - verglichen mit 42 Prozent im weltweiten Durchschnitt.

Für die Studie "Cars Online 2002, die Cap Gemini Ernst & Young zum 4. Mal durchgeführt hat, wurden in den Benelux-Staaten, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Schweden und den USA rund 2.500 Verbraucher sowie 100 Händler je Land und jeweils zehn Hersteller befragt.
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