Studie: IPTV bleibt für Anbieter auf Dauer ein Zuschussgeschäft

Montag, 25. Mai 2009
IPTV ist für viele Anbieter ein Zuschussgeschäft (Foto: Telekom)
IPTV ist für viele Anbieter ein Zuschussgeschäft (Foto: Telekom)

Fernsehen über das Internet (IPTV) bleibt für die meisten Anbieter auf absehbare Zeit ein Zuschussgeschäft. Zu diesem Ergebnis kommen zwei aktuelle Studien von Goldmedia und Accenture. "Kurzfristig ist der Aufbau einer IP-TV-Plattform mit Sicherheit ein Zuschussgeschäft. Ob es sich langfristig rechnet, hängt von der Netzgröße, Produktattraktivität und vom Preis ab", sagt Michael Schmid, Co-Autor der Studie "IPTV 2014. Geschäftsmodelle und Prognosen für IPTV-Plattformen in Deutschland, Österreich und der Schweiz" der Berliner Beratungsfirma Goldmedia.

Nach Ansicht der Autoren kann sich der Aufbau und Betreib einer IPTV-Plattform ab etwa 2,5 Millionen Kunden rechnen. Bei dieser Größenordnung könne ein Anbieter nach etwa fünf Jahren mit dem Break Evene rechnen. Bei weniger als 2,5 Millionen zahlenden Kunden bleibe IPTV auch auf Dauer ein Zuschussgeschäft. Allerdings ist ein reines TV-Angebot selbst kaum tragfähig. Selbst für große Netzbetreiber lohne sich IPTV erst, wenn man die Gesamteffekte durch eine höhere Kundenbindung und Kundenwachstum mit einkalkuliere. Für kleinere Unternehmen rechne sich ein IPTV-Angebot nur, wenn bestehende Angebote weitervermarktet werden. Derartige Resellingmodelle würden sich bereits ab etwa 250.000 Breitbandkunden lohnen.

Entscheidendes Erfolgskriterium sei in jedem Fall "ein Höchstmaß an Qualität". Technische Probleme könnten sehr schnell negativ auswirken und zu einer verstärkten Kundenabwanderung führen.

Einer Befragung der Unternehmensberatung Accenture ist auch die mangelnde Zahlungsbereitschft der Kunden ein großes Problem für deutsche Netzbetreiber. 47 Prozent der Befragten wollen für TV-Angebot abseits des klassischen Fernsehens kein Geld ausgeben. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 71 Prozent. dh
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