Studie: Hohe Sogwirkung ausländischer Online-Anbieter im Sportwetten-Markt

Mittwoch, 29. März 2006

Der deutsche Sportwettenmarkt bleibt ein El Dorado für internationale Online-Unternehmen. Dies ist Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Denn das staatliche Monopol bleibt mindestens bis Ende 2007 bestehen, private Anbieter werden nicht zugelassen - was Online-Nutzer weiterhin auf ausländische Websites treibt. Dass die Sogwirkung ausländischer Anbieter im Online-Glücksspielsektor groß ist, belegt eine Studie des Berliner Beratungsunternehmens Goldmedia. Danach beliefen sich 2005 die Spieleinsätze für Lotterien, Casinospiele und Wetten im Internet in Deutschland auf rund 3,3 Milliarden Euro. Lediglich 19 Prozent davon entfielen auf staatliche Anbieter, obwohl in Deutschland ein staatliches Glücksspielmonopol besteht. Damit fließen laut Goldmedia beträchtliche Mittel in einen "rechtsgrauen Raum". In der Schweiz, das eine ähnlich restriktive Gesetzgebung hat, gestaltet sich das Verhältnis noch drastischer: 91Prozent der Spieleinsätze werden hier bei nichtstaatlichen Anbietern getätigt.

"Wer heute online spielen oder wetten will, findet im Internet genügend ausländische und seriöse Plattformen mit zum Teil deutlich faireren Ausschüttungsraten als nationale staatliche Anbieter", glaubt Michael Schmid, Goldmedia-Consultant und Studienautor.

In Österreich dagegen besteht zwar ebenfalls ein staatliches Glücksspielmonopol, Wetten fallen jedoch dort nicht darunter. Dies kann unter anderem Ursache dafür sein, dass sich staatliche und nicht staatliche Anbieter den Kuchen hier teilen.

Die Goldmedia-Studie offenbart auch das Wachstumspotenzial: In Deutschland wurden 2005 satte 35 Prozent mehr eingesetzt als im Vorjahr. Ein Drittel davon entfällt auf Anbieter von Sportwetten, Tendenz stark steigend. kj
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