Studie: Deutscher Zeitungsmarkt vor Konsolidierungswelle

Mittwoch, 13. Juli 2005

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens A.T.Kearney sieht die deutsche Zeitungsindustrie vor einer tief greifenden strukturellen Veränderung, die den Markt in den kommenden Jahren mit mehreren Konsolidierungswellen nachhaltig verändern wird. Ähnlich wie in anderen Ländern auch werde sich der Marktanteil der drei größten deutschen Verlagshäuser, der derzeit bei knapp 30 Prozent liegt, in den kommenden 20 Jahren mehr als verdoppeln. Gleichzeitig kann man davon ausgehen, dass im selben Zeitraum die Gesamtauflage um etwa 25 Prozent zurückgehen wird. Dadurch, so die Studie, ergeben sich für die deutsche Verlagsbranche nur zwei Alternativen: eine auf Konsolidierung ausgerichtete Wachstumsstrategie oder ein kontrollierter Ausstieg zum bestmöglichen Zeitpunkt. Der Vergleich zu den führenden europäischen Medienmärkten zeigt allerdings auch, dass dem deutschen Zeitungsmarkt die wichtigsten Konsolidierungsphasen erst noch bevorstehen. Während die britische Zeitungsverlagslandschaft bereits einen Konzentrationsgrad - bezogen auf die zusammengefassten Marktanteile der drei größten Zeitungsverlage - von annähernd 50 Prozent aufweist, befindet sich der französische Zeitungsmarkt mit einer Marktkonzentration von rund 60 Prozent bereits in einer reiferen Konsolidierungsphase.

Am weitesten fortgeschritten ist die Konsolidierung des niederländischen Zeitungsmarktes, der die typische "Merger Endgame"-Kurve bereits komplett durchlaufen hat: Über 80 Prozent des Marktes liegt hier in den Händen von drei Verlagsgruppen, wovon zwei gerade dabei sind, einen Großteil ihres Zeitungsgeschäfts zu fusionieren. Insgesamt lässt sich beobachten, dass die Presse-Fusionskontrolle - in Deutschland vergleichsweise restriktiv gehandhabt - über kurz oder lang den okönomischen Notwendigkeiten nachgibt. nr



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