Studie: Deutsche holen bei Multimedia-Nutzung auf

Dienstag, 15. Dezember 2009
Ein Ergebnis der Deloitte-Studie: Bei Mobiltelefonen greifen Deutsche vermehrt zu Smartphones
Ein Ergebnis der Deloitte-Studie: Bei Mobiltelefonen greifen Deutsche vermehrt zu Smartphones

Bei der Anwendung neuer Medien schließen die Deutschen mit großen Schritten zu Ländern wie USA und Großbritannien auf. Zwar gelten die Deutschen nach wie vor nicht als Trendsetter, wenn es um die Nutzung neuer Multimedia-Angebote geht, Smartphones, mobiles Internet, Videospiele oder Video on Demand gewinnen aber mehr und mehr an Beliebtheit. Das zeigt die Studie "The State of the Media Democracy" des internationalen Beratungsunternehmens Deloitte. Hierfür wurden weltweit mehr als 9000 Verbraucher zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt - darunter knapp 2000 Deutsche. Obwohl der Computer mehr und mehr zu einem Unterhaltungsgerät wird, ist lineares Fernsehen - gerade für die Deutschen - weiterhin die wichtigste Mediennutzungsform. Während die Zuschauer in anderen Ländern beim Fernsehen oftmals auch E-Mails verschicken, Zeitung lesen oder Musik hören, schauen 40 Prozent der Deutschen ausschließlich zu. Dafür sehen sie weniger lang fern, nämlich nur rund 15,3 Stunden in der Woche.

Doch auch neuere Arten des Bewegtbildkonsums werden in Deutschland zunehmend beliebter: Im Durchschnitt nutzen die Deutschen das Internet zusätzlich für rund eine Stunde pro Woche für den Konsum von TV-Sendungen; 11 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten sechs Monaten einen Film im Internet angeschaut zu haben. Viele Verbraucher wollen auch nicht mehr zwischen unterschiedlichen Endgeräten wählen müssen: 46 Prozent der Befragten wünschen sich eine bessere Integration von Fernsehen und Internet in einem "Hybrid-TV"-Gerät - in der jungen Zielgruppe der 14- bis 26-Jährigen sind es sogar 60 Prozent.

Bei Mobiltelefonen greifen Deutsche vermehrt zu Smartphones. Besaßen 2008 noch 6 Prozent der Deutschen ein solches Telefon mit Zusatzfunktionen, sind es 2009 schon 12 Prozent. Im Vergleich liegen die Deutschen damit aber nach wie vor hinter den Amerikanern und Engländern zurück, bei denen 25 beziehungsweise 21 Prozent ein Smartphone besitzen. Ein wichtiger Hinderungsgrund für die weitere Penetration ist der Preis der mobilen Dienste. 33 Prozent der Deutschen verzichten beispielsweise nach wie vor aus Kostengründen darauf, mit ihrem Telefon ins Internet zu gehen.

Zudem nutzen die Deutschen das Internet inzwischen intensiv als Plattform für Social Media. 51 Prozent der Befragten sehen in der Online-Kontaktpflege einen erheblichen Mehrwert, im Vergleich zu den USA (65 Prozent) oder UK (60 Prozent) besteht hier aber weiteres Potenzial. Während das Interesse an der Gestaltung eigener Inhalte stagniert, ist der Trend hin zum Konsum von User Generated Content deutlich ausgeprägt (83 Prozent, Wachstum von 25 Prozentpunkten). bn
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