Studie: Deutsche Verlage liegen nicht im internationalen Trend

Dienstag, 13. Dezember 2005
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Zeitungsverlag Zukunftssicherung Verlag Mainz Krise


Die Geschäftsführer und Verleger der deutschen Zeitungsverlage halten viele Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Mediums Zeitung für notwendig; aber sie setzen nur wenige davon um. Besonders skeptisch sind die Verlage bei zwei Trends, die international die Branche bestimmen: Die Etablierung von Gratiszeitungen und die Umstellung auf kleinere Zeitungsformate. "Nimmt man diese Trends als Maßstab für erfolgsversprechende Innovationsmöglichkeiten, muss man feststellen, dass sich der deutsche Zeitungsmarkt nicht im Trend befindet". So lautet das Fazit der Studie "Innovationen im Zeitungsmarkt - wo stehen die deutschen Zeitungsverlage im internationalen Vergleich?", die von der Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Begleitforschung in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Mainz erstellt wurde.

Die meisten deutschen Zeitungsverlage konzentrierten sich in der Vergangenheit vor allem auf Maßnahmen zur Kostenbegrenzung und -einsparung, um so der Krise zu begegnen. Neben dieser - inzwischen weitgehend abgeschlossenen - innerbetrieblichen Reorganisation sind jetzt vermehrt auf den Markt ausgerichtete Initiativen zu beobachten. Das Spektrum hierfür ist breit gefächert. Insgesamt beurteilen die Kunden und Agenturen die Innovationsfähigkeit der deutschen Tageszeitungsverlage auf dem Lesermarkt eher skeptisch (Durchschnitt 3,7 auf einer Schulnotenskala von 1 bis 6).

Die Innovationsfähigkeit auf dem Werbemarkt wird mit 3,5 nur geringfügig besser eingeschätzt. Hier werden vor allem "neue preispolitische Konzepte" (87 Prozent aller Befragten), "neue Werbeformen" (61 Prozent) und "bessere Serviceangebote" (57 Prozent) gefordert. Für die zukünftige Entwicklung des Mediums Zeitung halten Kunden und Agenturen "ein stärker regionalisiertes Angebot für die Leser" (91 Prozent), neue Produkte wie zum Beispiel Sonntagszeitungen, Tabloid-Formate und Gratiszeitungen (83 Prozent) und "Internetaktivitäten zur Stärkung des Kernprodukts" (78 Prozent) für notwendig. nr



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