Studie: Deutsche Politiker scheuen vor Online-Fundraising zurück

Donnerstag, 28. Februar 2013
Altruja ist spezialisiert auf Online-Firmenspendenaktionen
Altruja ist spezialisiert auf Online-Firmenspendenaktionen


Barack Obama hat bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahre 2008 ganze 600 Millionen Dollar per Online-Fundraising gesammelt. Spendengelder im Netz zu generieren ist also durchaus Erfolg versprechend - in Deutschland scheint die Politik das aber noch nicht ganz begriffen zu haben, wie eine Studie des auf Online-Fundraising spezialisierten Dienstleisters Altruja zeigt. Und das ist nicht die einzige Schwäche deutscher Politiker im Umgang mit dem Web 2.0. "Die deutsche Politik hinkt ihrer Zeit hinterher", lautet das Urteil von Altruja-Geschäftsführer Andreas Jagdhuber. Zwar stiegen die Zahlen von Online-Fundraising seit 2008 kontinuierlich an, "doch die deutschen Parteien schöpfen nicht annähernd das Potential aus." Laut der Altruja-Studie "Bundestagswahlkampf 2.0" ist der Begriff Online-Fundraising immerhin 73 Prozent der Befragten bekannt, doch nur zehn Prozent betreiben es auch tatsächlich.

Die Gründe sind vielschichtig: 55 Prozent geben inhaltliche Einschränkungen wie juristische Probleme, Datenschutz oder Internetrecht an. Häufig genannt werden außerdem Mangel an Personal (48 Prozent), Zeit (39 Prozent) oder Expertise (32 Prozent). "Dabei ist Online-Fundraising oft wesentlich personal- und kosteneffizienter als postalische Spendenaufrufe, Veranstaltungen oder ähnliches", sagt Jagdhuber. "Zudem würden die Parteien gerade die jungen Wähler im Internet viel besser erreichen als über die klassischen Wege."

Online-Fundraising ist der Studie zufolge nicht das einzige Feld, auf dem deutsche Politiker Berührungsängste mit dem Internet aufweisen. Nur 23 Prozent der Befragten würden soziale Netzwerke nutzen, Twitter gar nur zehn Prozent. Blogs werden nur von sieben Prozent der Politiker genutzt und Youtube verwenden nur fünf Prozent. Dagegen sehen 98 Prozent die E-Mail und die Website (96 Prozent) für die Kommunikation als entscheidend an.

An der Studie von Altruja nahmen parteiübergreifend 327 Politiker und Parteimitarbeiter teil. 71 Prozent davon sind Mandatsträger im Bundes-, Landes-, oder Kreistag. 28 Prozent der Befragten gehören der CDU/CSU, 26 Prozent der SPD, 21 Prozent dem Bündnis 90/Die Grünen, elf Prozent der FDP, elf Prozent der Partei Die Linke und drei Prozent sonstigen Parteien an. Die vollständige Studie steht gratis zur Verfügung unter altruja.de/parteispenden. ire
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