Studie: "Das Herz einer modernen Printredaktion schlägt online"

Donnerstag, 17. Juni 2010
Pit Gottschalk
Pit Gottschalk

Von wegen voll integriert: Der Grad der Konvergenz zwischen Print- und Onlineproduktion im Redaktionsalltag deutscher Tageszeitungen liegt erst bei 65 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Pit Gottschalk, die er im Rahmen seines MBA-Abschlusses in einem aufwendigen Verfahren unter 59 deutschen Tageszeitungen erhoben und ausgewertet hat. Gottschalk ist im Hauptberuf Leiter des Vorstandsbüros Zeitungen bei Axel Springer; zuvor war er lange Jahre Chefredakteur von "Sport Bild". Wie ist das Ergebnis zu lesen? Null Konvergenz heißt: Print- und Online-Redaktion arbeiten getrennt. Und 100 Prozent bedeuten: Alles ist bereits verschmolzen. Dazwischen liegen sämtliche Stufen der Integration, etwa jene, bei der die Redakteure zwar bereits für alle Plattformen recherchieren und schreiben - Online und Print aber noch getrennte Produktionsverantwortliche haben. Die Münchner "Abendzeitung" erzielt mit 93,8 Prozent den höchsten Konvergenzwert. Eine kleinere Regionalzeitung in Süddeutschland kommt auf das niedrigste Maß (8,8 Prozent).

„Den Redaktionsleitungen fehlt oftmals das eindeutige Verständnis dafür, was Online-Integration bedeutet - und das Wissen um die Vorteile auch für Print", sagt Gottschalk. Meist werde das Internet noch immer als Parallelwelt betrachtet, doch mit einfachem Kopieren der Texte von Print zu Online sei es nicht getan. Sondern: „Das Herz einer modernen Printredaktion schlägt online", erklärt Gottschalk. Vor allem Regionalzeitungen verschenkten Kostenvorteile von 20 Prozent, wenn sie ihre Redaktionen lediglich als "Verschiebebahnhof zwischen Print und Online" verstehen. rp

Die wichtigsten Ergebnisse der Gottschalk-Studie lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 24/2010, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
Meist gelesen
stats