Studie: Contentverkauf wird für Medien zur Überlebensfrage

Mittwoch, 22. August 2001

Die Medien müssen in Zukunft Inhalte verkaufen, um zu überleben. Zu diesem Ergebnis kommt die Untersuchung "Content Syndication - wie das Internet die Wertschöpfung der Medien verändert" der Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers. Abnehmer der kostenpflichtigen Inhalte sind in erster Linie Unternehmen, die ihren Internetauftritt aufwerten möchten. Nach Angaben von Bertold Heil, Medienexperte bei Pricewaterhouse-Coopers, lassen sich maximale Erlöse durch individuell auf den Kunden angepasste Lösungen erzielen. Solche Angebote erforderten allerdings einen enormen Beratungsaufwand.

Der Handel mit Inhalten lasse sich in drei verschiedene Geschäftsmodelle einteilen: Medienunternehmen nutzen das Internet als Vertriebskanal für den exklusiven Verkauf ihrer Inhalte. Content-Broker übernehmen das Massengeschäft als Zwischenhändler. Sie vermitteln Inhalte gegen Provision zwischen Produzent und Abnehmer. Multimediaagenturen verändern diese Inhalte entsprechend der Kundenwünsche und bieten maßgeschneiderte Lösungen an.

Expertenmeinungen zufolge werden bis 2003 die meisten Medienunternehmen Content Syndication als Einnahmequelle entdecken. Dabei zeichnet sich ein Konflikt zwischen kommerziellen Interessen und der gesellschaftlichen Funktion des Journalismus ab. Im Rahmen der Studie wurden zwölf leitfadengestützte Interviews mit Medien- und Internetexperten aus Verlagen und Nachrichtenagenturen sowie Contentbrokern und Medienwissenschaftlern duchgeführt.
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