Studie: Anzahl der Webradios rapide gestiegen

Montag, 13. Juli 2009
Die Studie "Webradio Monitor 2009" hat Goldmedia durchgeführt
Die Studie "Webradio Monitor 2009" hat Goldmedia durchgeführt
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Webradio Goldmedia Marktforschung Marcel Piopiunik


Die Zahl der deutschen Internet-Radioangebote ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Im April 2009 gab es rund 1.900 Webradios. Bis Ende 2009 wird sich die Zahl auf rund 2.200 erhöhen - eine Verfünffachung der Angebote seit 2006. Annähernd vier Fünftel der deutschen Webradios sind ausschließlich im Internet empfangbar (Internet-Only). Die anderen sind Live-Streams der UKW-Radio-Sender (Simulcast-Streams). Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Webradio Monitor 2009", die die Unternehmensberatung Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) durchgeführt hat. Die Resultate der Untersuchung lassen für die Zukunft hoffen: Durch massives Wachstum von Breitband-Internet und immer mehr Angebote werde sich die Zahl der Webradionutzer bis 2013 auf rund 21 Millionen erhöhen, lautet die Prognose. Ende 2008 hatten deutsche Webradios nach eigenen Angaben hochgerechnet rund 7,5 Millionen Nutzer täglich.

Webradios werden nach Angaben der befragten Anbieter heute durchschnittlich 73 Minuten pro Tag gehört. Die Simulcast-Streams der UKW-Sender verfügen mit 91 Minuten über eine deutlich längere Nutzungsdauer als die Internet-Only-Sender mit 64 Minuten. Bis 2012 erwarten die in der Studie befragten Webradio-Anbieter eine durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von 147 Minuten und darüber hinaus eine stärkere Angleichung des Nutzungsverhaltens von Internet-Only-Angeboten und UKW-Radio-Streams.

Zwar wächst mit der steigenden Nutzung auch die Relevanz im Werbemarkt. Für einen Durchbruch bedarf es nach Meinung von Experten aber noch einheitlicher Leistungswerte. "Als Werbeträger muss sich Webradio künftig mit harten Zahlen messen lassen. Zwar bietet das Web technisch die Möglichkeit, Reichweiten exakt zu erfassen. Eine einheitliche und im Markt akzeptierte Währung für Internetradio-Reichweiten gibt es aber bislang nicht. Wie unsere Untersuchungen zeigen, herrscht auch bei den Anbietern selbst noch erhebliche Unklarheit über die adäquaten Webradio-Leistungswerte", sagt Marcel Piopiunik, Studienautor und Consultant Goldmedia. bn
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