Studie: Ältere und Einkommensschwächere erobern das Internet

Donnerstag, 26. März 2009

Die Internetnutzung steigt, besonders bei Älteren und Einkommensschwächeren, Unterschiede zwischen den Geschlechtern bleiben dagegen bestehen. Dies stellte das Link-Institut für Markt- und Sozialforschung in einer Studie fest, für die es seit sieben Jahren jährlich 20.000 Personen unter anderem zu ihrem Umgang mit dem Internet befragt. Die per CATI (Computergestützte telefonische Befragungen) erhobenen Daten sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren. Das Institut vermerkt einen Zuwachs in der Gesamtreichweite: 65 Prozent der Deutschen haben 2008 einen eigenen Internetzugang, 15 Prozent mehr als 2002. Ebenso stieg die Nutzungsfrequenz. So waren 2008 61 Prozent mindestens einmal täglich online, 2006 waren  es 20 Prozent weniger. Der Zugang scheint auch nicht mehr abhängig von Alter und Wohlstand. Immer mehr Menschen über 65 Jahren entdecken das Netz für sich, 2008 waren es 9 Prozent. Auch die Haushalten mit einem Nettoeinkommen bis 1.500 Euro sind zu 21 Prozent online (2002: 13 Prozent). Gründe dafür sind offenbar kostengünstigere Flatrates und All-in-one-Pakete.

Unterschiede in der Internetnutzung zwischen Männern und Frauen zeigen sich nach wie vor. 10 Prozent mehr Männer als Frauen haben einen Zugang. Außerdem waren Männer zu 67 Prozent mindestens einmal täglich im Netz, Frauen nur zu 54 Prozent. Männer greifen auch häufiger zu neuen Technologien und gehen zu 8 Prozent mit dem Handy online, Frauen dagegen nur zu 3 Prozent. Der Geschlechterunterschied zeigt sich jedoch kaum bei den unter 34-Jährigen. Dort haben insgesamt 88 Prozent einen eigenen Zugang.

Die Deutschen sind seit 2002 insgesamt häufiger online. Am beliebtesten für die tägliche Nutzung ist dafür das eigene Zuhause (95 Prozent), danach folgt der Arbeitsplatz mit 43 Prozent. Bei Freunden und Bekannten steigt der Prozentsatz von 17 auf 29 Prozent. Häufiger surfen sie auch in Universitäten (15 Prozent) und Internet-Cafés (6 Prozent). Mit dem Handy (5 Prozent) wird offenbar noch mehr telefoniert als gesurft. HOR
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