Ströer: Defizitärer Außenwerber weiter auf Talfahrt

Dienstag, 13. November 2012
Ströer-Chef Udo Müller hofft auf positive Entwicklungen im Digitalgeschäft
Ströer-Chef Udo Müller hofft auf positive Entwicklungen im Digitalgeschäft

Dicke Minuszeichen kennzeichnen den Geschäftsbericht des Kölner Außenwerbers Ströer. Der Konzernumsatz fiel in den ersten neun Monaten 2012 um 4,5 Prozent auf 397,4 Millionen Euro (2011: 416,3 Millionen Euro). Der organische Umsatz ging um 5,1 Prozent zurück. Vorstandsvorsitzender Udo Müller setzt seine Hoffnung nun vor allem auf die Digitalisierung als "wesentlicher Motor für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder" - immerhin schwächeln alle bisherigen. Insgesamt reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) auf  58,5 Millionen Euro - im Vorjahreszeitraum waren es noch 84 Millionen. Der Periodenüberschuss liegt im 3. Quartal bei minus 17,4 Millionen Euro im Vergleich zu minus 16,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Die verschiedenen Geschäftsfelder Ströers schwächeln übergreifend. Das Deutschlandgeschäft, größter Umsatzbringer des Außenwerbers, konnte auch im 3. Quartal nicht an die Umsätze des Vorjahres anschließen. Mit 293,4 Millionenen Euro erzielte das Segment in den ersten neun Monaten 2012 einen um 4,6 Prozent niedrigeren Umsatz als 2011 (307,7 Millionen). Organisch gingen die Zahlen hier um 5,2 Prozent nach unten. Das EBITDA fiel, wie schon in den vergangenen Monaten, von 77,2 auf 61 Millionen Euro.

In der Türkei sanken die Umsätze von 64 Millionen Euro um 1,6 Prozent auf 62,9 Millionen Euro. Das organische Wachstum liegt bei minus 3,2 Prozent nach einem Plus von 2,9 Prozent im Vorjahr. Verantwortlich dafür macht Ströer die anhaltende schwache Nachfrage, die sich besonders Ende September durch kurzfristige Stornierungen bemerkbar gemacht habe. Ein Anstieg der Umsatzkosten, vor allem bedingt durch die Ausweitung des Billboard-Vermarktungsvertrags in Istanbul, steht dem zudem gegenüber.

Ähnlich das Bild im Segment Sonstige, in dem der Außenwerbekonzern die Aktivitäten in Polen sowie die Blowup-Gruppe, die das westeuropäische Riesenpostergeschäft bündelt, zusammenfasst. Ingesamt ging der Umsatz hier um 8,6 Prozent auf 41,2 Millionen Euro zurück, das organische Wachstum verringerte sich um 7,4 Prozent.

Eine Besserung ist für Ströer-Chef Müller zunächst nicht in Sicht. Zwar verzeichne der Konzern für das 4. Quartal eine positivere Auftragslage, die  Außenwerbebranche werde aber weiterhin von Unsicherheiten auf den Wirtschafts- und Finanzmärkten sowie von vorsichtigem Kundenverhalten bestimmt. kl 
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