Ströer-COO Christian Schmalzl: "Wir werden eine digitale DNA bekommen"

Donnerstag, 18. April 2013
Christian Schmalzl möchte Ströer auch im Onlinegeschäft als Vollsortimenter positionieren
Christian Schmalzl möchte Ströer auch im Onlinegeschäft als Vollsortimenter positionieren


Für den dritten Platz im aktuellen Vermarkter-Ranking der Agof hat Ströer tief in die Tasche gegriffen. Erst Adscale, dann die Firmen von Dirk Ströers Media Ventures der Einstieg in ein neues Geschäftsfeld war perfekt. Im Exklusivinterview mit HORIZONT spricht COO Christian Schmalzl nun über die Onlinestrategie des Außenwerbers.

"Ströer bleibt im Kern ein Außenwerber"

Durch die Umbenennung von Ströer Out-of-Home Media zur Ströer Media AG positionieren Sie sich explizit als Mediavermarkter. Inwieweit entfernen Sie sich dadurch von Ihrem Kerngeschäft, der Außenwerbung?

Ströer wird im Kern auch weiterhin ein Außenwerbeunternehmen bleiben. Doch das Onlinegeschäft, das wir akquirieren, wird in etwa 15 Prozent unseres Konzern-Gesamtumsatzes ausmachen. Das Unternehmen wird ein Stück weit eine digitale DNA bekommen. Unser bisheriger Name spiegelte das nur bedingt wider.

Mit den jüngsten Zukäufen unter anderem den Online-Marktplatz Adscale und Freexmedia hat sich Ströer zwar ordentlich Reichweite gesichert, die einzelnen Angebote wirken dabei aber etwas wahllos zusammengewürfelt. Wie positionieren Sie sich?
Im Prinzip wie in der Außenwerbung: Ströer ist der Vollsortimenter im Markt. Wir haben mehr als 95 Prozent Marktanteil bei digitaler Außenwerbung, rund 80 Prozent bei Megalights, über 55 Prozent bei Großflächen, rund 35 Prozent bei Citylights. Aus über 230.000 Werbeträgern können wir für jede Kundenherausforderung eine passende Lösung entwickeln. Durch das umfassende Portfolio ist Ströer für jeden Kunden attraktiv, wenn nicht sogar attraktiver als der Wettbewerb. Im Onlinebereich folgen wir derselben Logik.

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Das ausführliche Interview mit Christian Schmalzl lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 16/2013.

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Und wie soll das gehen?
Unser Geschäft wird tendenziell noch regionaler und lokaler werden. Die Hälfte unserer Außenwerbeumsätze kommt heute schon aus dem Geschäft mit mittleren, kleinen und regionalen Kunden. Wer Onlinewerbeformate am lokalen Werbemarkt anbieten möchte, braucht eine flächendeckende Vermarktungsinfrastruktur und die haben wir. Es braucht Kundenkontakte und ein Gespür für Märkte auch das haben wir. Regional ist das Potenzial noch nicht annähernd erschlossen, und auch der Verdrängungswettbewerb ist weniger hart als in einem Markt mit großen nationalen Werbungtreibenden und Mediaagenturen. kl
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