Ströer: Außenwerber schreibt weiter rote Zahlen

Dienstag, 26. März 2013
Udo Müller spürt aktuell die Zurückhaltung der Werbekunden
Udo Müller spürt aktuell die Zurückhaltung der Werbekunden

"Insgesamt herausfordernd" seien die vergangenen Monate gewesen, 2012 ein "Übergangsjahr": Weniger euphorisch als bisher hat der Kölner Außenwerber Ströer am Dienstag seinen Geschäftsbericht vorgelegt. Der Grund für die Zurückhaltung: Der Konzernumsatz fiel im zurückliegenden Jahr erneut um 2,9 Prozent auf 560,6 Millionen Euro (2011: 577,1 Millionen Euro), das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um knapp 30 Prozent auf 67,4 Millionen Euro. Die verschiedenen Segmente des Außenwerbekonzerns schwächeln übergreifend. Nur in der Türkei kann Ströer ein leichtes Wachstum von 2,6 Prozent auf 91,3 Millionen Euro verzeichnen (2011: 89 Millionen). Das Deutschlandgeschäft, das noch immer als größter Umsatzbringer der Kölner gilt, scheiterte auch im Jahr 2012 daran, an die Umsätze des Vorjahres anzuschließen. Mit 411,7 Millionen Euro erzielte das Segment in den letzten zwölf Monaten einen um 3,7 Prozent niedrigeren Umsatz als 2011 (427,3 Millionen). Organisch blieb das Segment Inland mit 97,5 Millionen Euro um 17,8 Millionen Euro unter dem Vorjahresquartal. Einen Lichtblick bringt lediglich das regionale Geschäft und das Umsatzplus von 2,7 Millionen Euro in der Produktgruppe Transport.

Zwar kletterte der Umsatz in der Türkei auf 91,3 Millionen Euro, was einem Plus von 2,3 Millionen Euro gegenüber 2011 entspricht, das Ebitda fiel jedoch um 7,5 Millionen Euro auf 12,9 Millionen. Verantwortlich dafür macht Ströer vor allem die gestiegenen Umsatzkosten aus höheren Mietaufwendungen des neuen Billboard-Vermarktungsvertrages in Istanbul.

Ein Minus steht auch vor dem Segment Sonstige, in dem der Außenwerber die Aktivitäten in Polen und das in der Blowup-Gruppe gebündelte westeuropäische Riesenpostergeschäft zusammenfasst. Der Bereich beendete das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem um 1,3 Millionen Euro auf 4,4 Millionen gefalllenem Ebitda. Auch das organische Wachstum lag mit minus 6 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Insgesamt schließt der Konzern das Geschäftsjahr 2012 mit einem Fehlbetrag in Höhe von minus 1,8 Millionen Euro beendet im Vergleich zu minus 3,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Verhalten ist auch der Ausblick der Kölner: Da die unsichere wirtschaftliche Situation im Euro-Raum weiter bestehen bleibe, werde sich auch die Volatilität des Werbeumfeldes und das kurzfristige Buchungsverhalten der Kunden nicht ändern. Für das zweite Quartal rechnet Ströer noch dazu mit einer vorübergehenden Unterbrechung des auf Ganzjahressicht erwarteten leichten Aufwärtstrends. Aktuell sei die Auftagsvergabe eher zurückhaltend. Gebetsmühlenartig bekräftigt Vorstandsvorsitzender Udo Müller weiterhin nur die Hoffnung auf die fortschreitende Digitalisierung: "Außenwerbung, analog oder digital, wird durch die Digitalisierung der Medien konstant an Bedeutung gewinnen." kl
Meist gelesen
stats