Streit um "Tatort"-Vorspann: Grafikerin unterliegt WDR und BR

Donnerstag, 10. Februar 2011
Szene aus dem berühmten Vorspann des "Tatort" (Foto: WDR)
Szene aus dem berühmten Vorspann des "Tatort" (Foto: WDR)
Themenseiten zu diesem Artikel:

Tatort Vorspann Oberlandesgericht München WDR BR Streit


Der "Tatort"-Vorspann wird auch in Zukunft unverändert über die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern flimmern. Die Grafikerin, die den berühmten Vorspann vor 40 Jahren gestaltet hat, ist mit ihrer Klage vor dem Oberlandesgericht München gescheitert.
Eine Revision wurde nicht zugelassen. Das Urteil ist damit endgültig. Die heute 76-jährige Grafikerin hatte WDR und BR auf 150.000 Euro verklagt. Ihre Forderung begründete sie mit der intensiven Nutzung des Vorspanns, der seit mittlerweile 40 Jahren für die Krimireihe verwendet wird. Angesichts der häufigen Verwendung sei so ein Mißverhältnis zu ihrem damaligen Honorar entstanden. Die Grafikerin hatte ein einmaliges Honorar in Höhe von 2500 D-Mark für ihre Arbeit erhalten. Neben einer Nachvergütung wollte sie zudem die Nennung ihres Namens gerichtlich durchsetzen.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Vorspann lediglich eine "Hinweisfunktion" habe und damit nur einen "untergeordeneten Beitrag zum Gesamtwerk" darstelle. Die Zuschauer würden den "Tatort" wegen des Films anschauen, nicht wegen des Vorspanns. Auch der der hohe Bekanntheitsgrad der Serie sei vor allem auf die regelmäßige Ausstrahlung zurückzuführen.

Das Gericht wies zudem darauf hin, dass die Klägerin "ein Fehlen der Urheberbenennung über viele Jahre hinweg gegenüber den Beklagten nicht gerügt hat". Die Praxis sei von ihr jahrzehntelang nicht beanstandet worden. Die Grafikerin bleibt nun auf einem Großteil der Prozesskosten in Höhe von rund 30.000 Euro sitzen. dh
Meist gelesen
stats